Historische Sitzung: Kreienser Rat sagt Ja zur Fusion mit Einbeck

Frank-Dieter Pfefferkorn

Kreiensen/Einbeck. Der Begriff historische Sitzung wurde am Montag in Greene mehrfach verwendet: Der Kreienser Rat hat mit überwältigender Mehrheit Ja zur geplanten Fusion der Gemeinde Kreiensen mit der Stadt Einbeck gesagt.

Vertreter aller Fraktionen im Rat lobten den Verhandlungsprozess. Dieser sei abolut positiv verlaufen. Auf dem Tisch lag ein Vertrag samt Anlagen, insgesamt gut 100 Seiten. In dem Werk wird geregelt, wie die Fusion der beiden Kommunen Realität werden soll.

Frank Doods, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat, lobte, dass in Kreiensen und Einbeck über die Fusion mit Ruhe und Gelassenheit diskutiert wurde. Das habe sich auch bei den Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung gezeigt. „Es ist kein Aufreger-Thema“, betonte der Sozialdemokrat. Er machte gleichzeitig deutlich, dass letztlich nur Einbeck für Kreiensen als Fusionspartner möglich war. „Da ist es ein großes Glück, dass es mit der Braut hinhaut.“ Viel Unterstützung habe man bei dem Verhandlungsprozess von Seiten des Landes bekommen. „Natürlich weiß man nicht, ob eine Ehe ewig glücklich bleibt. Aber ich habe hier ein gutes Gefühl.“

Positiv äußerte sich Bernd Huwald, der CDU-Fraktionsvorsitzende: „Wir haben hier ein Ergebnis gefunden, mit dem man zufrieden sein kann.“ Huwald hob hervor, dass die Ortsteile ihre eigene Indentität behalten werden. Dazu tragen aus seiner Sicht die vielen Aufgaben bei, die die Ortsräte in der künftigen Stadt Einbeck übernehmen. Wer sich für einen der neuen Ortsräte aufstelle lasse, müsse sich aber auch darüber im Klaren sein, dass er mehr Arbeit als bisher leisten müsse, sagte Huwald. Im Vorfeld der Entscheidung habe es Gespräche auf hohem Niveau gegeben. Für Huwald führt nichts an der Fusion vorbei: Kreiensen habe seit zehn Jahren immer wieder neue Schulden gemacht. Dieses System funktioniere nicht mehr.

Frank-Dieter Pfefferkorn (Bürgerliste) kritisierte die Landesregierungen. Deren Finanzpolitik in den vergangenen Legislaturperioden hätten kleine Gemeinde wie Kreiensen in die „finanzielle Abseitsfalle“ getrieben. Jede Aufgabe von kommunaler Selbstverwaltung bedeutet aus seiner Sicht einen Verlust von Bürgernähe.

Am morgigen Mittwoch will der Einbecker Rat über die Fusion abstimmen. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Alten Rathaus. Dort soll auch am kommenden Dienstag der Fusionsvertrag zwischen den beiden Kommunen im Beisein des Innenministers und des Landrates unterschrieben werden. (bsc)

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