Kreis-Fusion: Zwei Türen stehen Northeim offen

Northeim. Von den niedersächsischen Nachbarlandkreisen hat nur der Landkreis Goslar generell kein Interesse an einer Fusion mit Northeim.

Bei den niedersächsischen Nachbarlandkreisen hat der Landkreis Northeim Northeim das Interesse an Gesprächen zum Thema Fusion abgefragt. Dass die Nachbarn Holzminden, Hildesheim und Goslar und die sich noch in diesem Jahr zusammenschließenden Kreise Göttingen und Osterode geantwortet haben, war bekannt. Inzwischen liegen auch die Details vor, die wir in Fragen und Antworten vorstellen.

Bei welchen Nachbarn ist das Interesse am größten?

Die Bereitschaft ist den Kreisen Göttingen und Osterode am größten, allerdings unter einer Vorbedingung: „Wir erwarten vor Aufnahme von Gesprächen eine durchgreifende Entschuldung des Landkreises Northeim durch das Land Niedersachsen“, schreiben Göttingens Landrat Bernhard Reuter und Osterodes Erster Kreisrat Gero Geißlreiter in einem gemeinsamen Brief an Northeims Ersten Kreisrat Dr. Hartmut Heuer. Eine solche Entschuldung ist gegenwärtig nicht abzusehen.

Wie haben sich die übrigen Landkreise geäußert?

Hildesheim hat sich ebenfalls sehr offen geäußert. „Für weitere Gespräche mit dem Ziel einer verstärkten Zusammenarbeit / eventuell Fusion stehen wir gerne zur Verfügung“, heißt es im Antwortschreiben aus dem nördlichen Nachbarlandkreis.

Holzminden gibt sich noch bedeckt. Dort muss sich der Kreisausschuss noch mit dem Thema beschäftigen

Gibt es Landkreise die gar kein Interesse an Gesprächen haben? 

Nur der Landkreis Goslar hat Northeim abgesagt. „Als Ergebnis der Diskussion ist festzuhalten“, schreibt Landrat Thomas Brych über die Kreissausschusssitzung, in der die Northeimer Anfrage behandelt wurde, „dass derzeit kein Interesse an Sondierungsgesprächen mit dem Ziel einer Kreisfusion besteht.“ Konsens sei unter den Parteien des Goslarer Kreistags, dass Sondierungsgespräche frühestens nach der Kommunalwahl geführt werden sollten. Außerdem sei der Landkreis in Richtung Norden (Braunschweig ausgerichtet).

Wie geht es nun weiter? 

Egal mit welchem Partner, eine Fusion ist frühestens zum Termin der übernächsten Kommunalwahl im Jahr 2021 realistisch.

Nach der Landratswahl am 28. Februar wird der neue Kreisverwaltungschef oder die -chefin wohl den Auftrag zu weiteren Gesprächen bekommen.

Spannend wird es aber erst nach der Kommunalwahl am 11. September. Denn mit welchem Ziel und welcher Intensität die Gespräche geführt werden, hängt vor allem von den Mehrheitsverhältnissen im neu gewählten Kreistag zusammen.

Wieso eigentlich die Fusionsüberlegungen?

Auslöser war der vorzeitige Ruhestand von Landrat Michael Wickmann. Vor dem Hintergrund der schlechten finanziellen Situation des Landkreises und dem Bevölkerungsrückgang wollten SPD und Grüne einen neuen Fusionsanlauf.

Kritiker meinen, dass die SPD ihn ursprünglich nur unternommen hat, um einen Vorwand zu haben, die Landratswahl verschieben zu können. Die von den ihr angestrebte Zusammenlegung mit der Kommunalwahl kam aber nicht zustande.

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