1. Startseite
  2. Lokales
  3. Northeim

Kreis Northeim: Sexualstraftäter startet neues Leben im Dorf

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Olaf Weiss

Kommentare

Northeim. Ein Sexualstraftäter lebt nach seiner Entlassung aus dem Maßregelvollzug in Moringen jetzt in einem kleinen Dorf im Kreis Northeim.

Vor 17 Jahren machte er als mehrfacher Sexualstraftäter Schlagzeilen. Seit kurzem lebt der heute 55-Jährige, der damals binnen eines Jahres in Norddeutschland zehn Frauen in ihren Wohnungen überfiel und vergewaltigte, nun in einem Dorf im Landkreis Northeim. Eine besorgte Bewohnerin des Ortes hat sich deshalb in einem Brief an die HNA gewandt.

Seit seiner Verurteilung im Jahr 2001 ist er Patient im Maßregelvollzugszentrum (MRVZN) in Moringen. Nun befindet sich der Mann, der auch einer Arbeit außerhalb des MRVZN nachgeht, im Probewohnen. Dabei steht er, so betonte MRVZN-Leiter Dr. Dirk Hesse auf Anfrage, weiterhin unter enger Betreuung seiner Therapeuten.

„Schiere Anwesenheit bringt keine Lockerung“, erklärt Hesse. Sie gebe es nur, wenn der Patient therapeutsche Erfolge zeige und sich im Vollzug gut führe. In Lockerungsschritte seien immer externe Gutachter eingebunden.

In jedem Fall dauere es mehrere Jahre bis zu einem ersten begleiteten Ausgang. Bis zum Probewohnen vergehen wiederum mehrere Jahre. Zur Vorbereitung wird mit einzelnen Übernachtungen außerhalb des MRVZN begonnen, unter anderem um den Patienten wieder daran zu gewöhnen, über längere Zeit allein und damit einsam zu sein.

Bis aus dem Probewohnen eine Entlassung wird, vergehen in der Regel wieder zwei bis drei Jahre. Hesse: „Nur bei Patienten aus dem Suchtbereich geht der gesamte Prozess in der Regel deutlich schneller.“

Beim Probewohnen halten die Therapeuten Kontakt mit dem Patienten, am Anfang auch mehrfach die Woche, allmählich aber seltener. Dieser Kontakt schließt nach Hesses Worten Kontrollen ein. Nicht nur das Auftreten des Patienten und sein Erscheinungsbild werden begutachtet, auch der Zustand der Wohnung und was sich in der Mülltonne befindet (Alkoholflaschen?), ist für die Beurteilung des Patienten interessant. 

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion