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Kreis Northeim stellt sich auf Flüchtlinge ein

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Von: Niko Mönkemeyer, Bernd Schlegel

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Im ehemaligen Hotel „Altes Forsthaus“ am Goseplack will der Landkreis Northeim eine Flüchtlingsunterkunft einrichten.
Im ehemaligem Hotel „Altes Forsthaus“ am Goseplack will der Landkreis Northeim eine Flüchtlingsunterkunft einrichten. Der entsprechende Mietvertrag wurde schon vor Ausbruch des Krieges in der Ukraine vereinbart. © Roland Schrader

Northeim/Friedland – Auch wenn es derzeit noch keine Informationen darüber gibt, ob und in welchem Umfang Flüchtlinge aus der Ukraine zugewiesen werden, prüft der Landkreis Northeim derzeit verschieden Möglichkeiten, kurzfristig Menschen aufnehmen zu können. Das teilte die Kreisverwaltung auf HNA-Anfrage mit.

Man sei grundsätzlich in das niedersächsische Zuweisungssystem für Geflüchtete eingebunden, so der Landkreis. Insofern würden natürlich auch in der hiesigen Region mögliche Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine Schutz finden. Weiterhin stehe der Landkreis dazu natürlich auch im Austausch mit den Städten und Gemeinden.

Im Grenzdurchgangslager Friedland bereitet man sich derzeit schon auf viele ankommende Menschen vor. Erste Flüchtlinge waren am Wochenende dort angekommen (wir berichteten).

Um möglichst viele Geflüchtete unterzubringen, rückt man jetzt im Lager Friedland zusammen. „Nur Polen trennt uns von der Ukraine. Das ist schon ganz dicht vor der Haustür“, sagt Lagerleiter Hörnschemeyer über die aktuelle Situation in einem Fernsehinterview. „Wir versuchen, Kapazitäten zu schaffen“, so der scheidende Lagerleiter, der jetzt in den Ruhestand geht. So werde versucht, Bewohner aus dem Lager Friedland auf andere Kommunen zu verteilen, damit mehr freie Plätze vorhanden sind.

Auch hält das Lager Ausschau nach zusätzlichen Möglichkeiten, um Geflüchtete unterzubringen. Dies habe man bereits im Jahr 2015 gemacht, als mehr als 3000 Flüchtlinge gleichzeitig in Friedland waren.

Heinrich Hörnschemeyer
Heinrich Hörnschemeyer, der scheidende Lagerleiter. © Sven Pförtner/dpa

Damals wurde beispielsweise eine Sporthalle in Groß Schneen genutzt. Um schnell Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen, werden beispielsweise zusätzliche Betten in die Zimmer gestellt. „Die Leute werden Verständnis dafür haben“, ist sich Hörnschemeyer sicher. Ferner könnten Unterrichtsräume im Lager zu Unterkunftsbereichen „umgewidmet“ werden. Denkbar ist auch, ähnlich wie 2015 Zelte und Container aufzustellen. Damals mussten einige Neuankömmlinge in den Fluren der Verwaltung übernachten. Dies soll laut Hörnschemeyer aber vermieden werden.

Das Grenzdurchgangslager Friedland aus der Vogelperspektive: Dort richtet man sich bereits auf Geflüchtete aus der Ukraine ein.
Das Grenzdurchgangslager Friedland aus der Vogelperspektive: Dort richtet man sich bereits auf Geflüchtete aus der Ukraine ein. © Sven Pförtner

Laut Hannah Hintze, Sprecherin der Landesaufnahmebehörde, bereiten sich auch die anderen niedersächsischen Erstaufnahme-Einrichtungen in Bramsche, Braunschweig, Fallingbostel-Oerbke, Oldenburg und Osnabrück mit Hochdruck auf die Ankunft ukrainischer Flüchtlinge vor.

Unterdessen hat Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD) angekündigt, dass die Stadt mehr Geflüchtete aufnehmen könne. „Wir haben signalisiert, dass wir bereit sind, auch über die Quote hinaus Menschen aus der Ukraine Obdach, Schutz und ein zumindest vorübergehendes zu Hause zu gewähren – in der Hoffnung, dass sich die Situation in der Ukraine bald entspannt und eine Rückkehr in die Heimat möglich ist.”

Ob und wann Ukrainer in Göttingen aufgenommen werden, ist aktuell noch offen. Broistedt hat bereits eine Projektgruppe in der Verwaltung damit beauftragt, sich darum zu kümmern, dass die Menschen eine Unterkunft haben, wenn sie in Südniedersachsen ankommen. (Niko Mönkemeyer und Bernd Schlegel)

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