Fazit nach einem Jahr Kampf gegen Corona

Landkreis Northeim war schlecht auf die Pandemie vorbereitet

Corona-Virus
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Diese vom Center for Disease Control and Prevention (CDC) erstellte Illustration zeigt das Coronavirus.

Obwohl die Kreisverwaltung nicht gut auf die Coronapandemie vorbereitet war, hat sie die Herausforderungen, die Corona mit sich brachte, gemeistert. Dieses Fazit haben Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) und die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Regina Pabst, nach einem Jahr Umgang mit der Pandemie gezogen.

Northeim –  Heute vor einem Jahr, am 11. März 2020, waren die ersten Covid-19-Infektionen im Landkreis Northeim bestätigt worden.

„Mit dem Beginn der realen Coronavirus-Pandemie hat sich gezeigt, dass die vorher erstellten Katastrophenpläne für die aktuelle Pandemie nicht ausreichend waren“, sagte die Landrätin der HNA. Eine Pandemie sei zu vielschichtig, um sich im Vorhinein auszumalen, wie stark alle Lebensbereiche betroffen seien. Insofern könne man sagen, dass niemand auf eine Pandemie von diesem Ausmaß vorbereitet war.

„Wir sind zwar schon davon ausgegangen, dass wir einen längeren Atem benötigen“, betonte Klinkert-Kittel. Aber dass Corona die Kreisverwaltung nach einem Jahr noch so intensiv beschäftigt, habe man nicht vorhergesehen. „Dass wir so ausdauernd sein müssten, hat sich aber keiner der Beteiligten ausgemalt – weder die Kreisverwaltung, noch die Menschen im Landkreis Northeim.“

Astrid Klinkert-Kittel

Insbesondere die Infektionsschutzbehörden sollten einen größeren Bestand an Fachpersonal bereithalten, nennt Pabst eine Lehre aus der Pandemie. Dieses Personal lasse sich aber nur langfristig gewinnen und ausbilden. Während einer Pandemie sei das nicht möglich.

Die Folge sei, dass das Personal des Gesundheitsamtes „sich seit einem Jahr in einer Art Marathonlauf mit einer Vielzahl an geleisteten Überstunden und unzähligen Wochenend- und Feiertagsdiensten“ befinde. Die Belastung sei hoch, da das Fachpersonal nicht durch angelernte Unterstützungskräfte ausgetauscht werden könne.

Klinkert-Kittel wünscht sich, dass bei den Entscheidungen von Bund und Ländern zur Pandemiebekämpfung die Erfahrungen der Kommunen, die viele dieser Entscheidungen umzusetzen hätten, stärker berücksichtigt würden.

Eine Lehre aus der Pandemie ist für die Landrätin, dass „auch Verwaltungen flexibler und in neuen Strukturen arbeiten müssen.“ Strenge Grenzen von Zuständigkeiten oder Aufgabenbereichen helfen nach ihren Worten in solchen Ausnahmesituation nicht weiter. Flexible und übergreifende Zusammenarbeit seien das A und O zur Bewältigung derartiger Herausforderungen.

Vor allem durch die bereichsübergreifende Zusammenarbeit und die Einsatzbereitschaft der Beschäftigten sei es vor einem Jahr kurzfristig gelungen, die Kreisverwaltung in allen Bereich arbeitsfähig zu halten, wenn auch zunächst nur eingeschränkt. Bei der Umsetzung der ständig neuen gesetzlichen Vorgaben und fachlichen Empfehlungen zur Bewältigung der Corona-Pandemie, die häufig mit heißer Nadel gestrickt worden seien und viele Fragen offenließen, habe sich die Teamarbeit bewährt, berichtet Dr. Regina Pabst, die Leiterin des Gesundheitsamtes.

Diskussionen mit Kollegen zur gemeinschaftlichen Entscheidungsfindung seien dabei, wie Vorgaben umgesetzt werden sollen, nicht nur hilfreich, sondern unentbehrlich gewesen, erklärt Pabst die Bedeutung der Zusammenarbeit. Dabei schloss sie die vielen Mitarbeiter aus dem Kreishaus sowie aus anderen Behörden, die das Gesundheitsamt unterstützen, ausdrücklich mit ein. (Olaf Weiss)

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