Im Jahr 2019 wurden 284 Fälle registriert

Netzwerk kämpft im Landkreis Northeim gegen Schulverweigerung

Ein Junge sitzt mit seinem Schulranzen auf einer Tischtennisplatte auf einem Spielplatz in Berlin.
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Die Gründe, wieso Schüler tage- oder sogar wochenlang die Schule schwänzen, sind vielfältig. Häufig ist Mobbing eine Ursache.

127 erfasste Fälle von Schulverweigerung im Landkreis Northeim gibt es bisher in diesem Jahr (Stand: 18. Oktober).

Landkreis Northeim – Im vergangenen Jahr waren es laut Kreisverwaltung sogar 284 Anzeigen. Diese Zahlen beziehen sich nur auf Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen unerlaubten Fernbleibens vom Unterricht.

In vielen Schulen gibt es Kinder, die der Schule regelmäßig fern bleiben und den Unterricht verweigern. Um die Schulen im Kampf gegen das Schwänzen zu unterstützen, arbeitet das regionale Netzwerk Schulabsentismus, das von der Bildungsregion Südniedersachsen koordiniert wird, mit einigen Experten zusammen.

Nach Mitteilung des Landkreises hat das Netzwerk unter anderem einen Leitfaden für die Schulen erarbeitet, wie sie frühzeitig und konsequent handeln können, sodass es erst gar nicht zum Schulschwänzen komme.

Bei unentschuldigtem Fehlen in der Schule sollten die Eltern direkt am ersten Tag informiert werden. Ab dem dritten Tag würden sie zusätzlich noch schriftlich über das Fehlen ihres Kindes in der Schule in Kenntnis gesetzt. Ab dem fünften unentschuldigten Tag soll eine Konferenz einberufen werden.

Bei entschuldigtem Fehlen von Schülern sollte am siebten Krankheitstag bei den Eltern nach dem Grund des Fehlens gefragt werden. Denn einige Eltern würden ihre Kinder beim Schwänzen unterstützen beziehungsweise es decken und nicht einschreiten.

Diese Regelungen sollten in allen Schulen gelten, erläutert Netzwerkkoordinator Thomas Deimel-Bessler. Ebenso sollten die Eltern über das Vorgehen gegen das Schwänzen informiert werden. „Wir müssen früh reagieren, um beispielsweise die Duldung der Eltern zu durchbrechen“, betont der Netzwerkkoordinator.

Die Teams des Netzwerkes Schulabsentismus bestehen zum Beispiel aus Lehrern, Ärzten und Sozialpädagogen. Einige Arbeitsgruppen im Netzwerk versuchen sogenanntes Kettenkrankschreibungen und Ärztehopping zu verhindern. Andere befragen Schüler, wie sie den Weg in die Schule zurückgefunden haben. Dem Netzwerk gehören zunächst 65 Personen an. Etwa 30 bis 40 davon würden laut Deimel-Bessler aktiv mitarbeiten, die übrigen wollen nur informiert werden oder aber erst später aktiv mitarbeiten.

Außerdem bietet der Landkreis Northeim das Beratungsangebot „Zweite Chance“ für Schulschwänzer an. Samira Müller

Ursache ist oft Mobbing

Gründe für die Schulverweigerung gehen oft auf Mobbing zurück, teilte der Landkreis Northeim mit. Kinder haben Angst in die Schule zu gehen. Seelische Probleme würden häufig in den Übergangsphasen zu anderen Schulen vorkommen. Auch beim Wechsel zu einer Berufsbildenden Schule käme es oft zu Schulverweigerungen. Es gebe auch einige Grundschüler, die nicht regelmäßig zur Schule gehen. Hauptsächlich seien die Schulschwänzer jedoch in der Pubertät. smm

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