Jede Sekunde zählt

Kreisfeuerwehr und Rettungsdienst informieren zum Tag des Notrufs

Symbolfoto Rettungskräfte vor Haustür
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Eine gut erkennbare Hausnummer erleichtert den Rettungskräften die Arbeit und spart Zeit.

Feuerwehr und Rettungsdienst erinnern zum Tag des Notrufs am 11. Februar, wofür die Rufnummer 112 steht. Beim Anruf aufgeregt zu sein ist normal, sagen die Fachleute. Doch auch nach dem Anruf gibt es wichtige Dinge zu beachten.

Northeim – „Die Nummer ist leider noch nicht in allen Köpfen“, betont Sven Helmold, Brandschutzerzieher der Kreisfeuerwehr Northeim. Der 11. Februar wird seit 2009 der Notrufnummer 112 gewidmet.

Kinder, die regelmäßig in Kindergärten und Schulen die Brandschutzerziehung genießen, so Helmold, wissen, wann die 112 zu wählen ist: wenn die Feuerwehr oder der Rettungsdienst benötigt werden. Dazu gehören Brände, Unfälle, volllaufende Keller und medizinische Probleme.

Erwachsene hingegen kommen bei der Unterscheidung zwischen der 112 und 110 laut Helmold schon manches Mal ins Schleudern. „Die Notrufnummer 112 zu kennen, kann im Ernstfall nicht nur Zeit sparen, sondern ist auch im Urlaub hilfreich, da sie europaweit gilt und mit europäischen SIM-Karten auch aus den USA, Australien und Neuseeland funktioniert.“

Sichtbare Hausnummern können Leben retten

Doch was nützt ein Notruf, wenn die Rettungskräfte den Unfallort nicht finden können? Thorsten Ernst, Rettungsdienstexperte der Johanniter-Unfall-Hilfe in Niedersachsen, rät deshalb, die Sichtbarkeit von Hausnummern zu überprüfen.

„Wenn Rettungskräfte durch schlecht sichtbare Hausnummern wertvolle Zeit zum Retten verlieren, ist das einfach tragisch“, sagt Ernst. Häufig seien die Hausnummern zugewachsen, bei Dunkelheit nicht richtig beleuchtet, versteckt angebracht oder gar nicht vorhanden. Bei Wohnanlagen und Mehrfamilienhäusern sind deutlich beschriftete Klingelschilder notwendig, so Ernst weiter. „Um möglichst alle Verzögerungen zu vermeiden, wird im besten Fall der Rettungsdienst an der Straße empfangen und zur Einsatzstelle geleitet.“

Brandschutzerzieher Helmold weist darauf hin, dass niemand Angst haben muss, beim Wählen des Notrufs etwas falsch zu machen. „Es liegt in der Natur der Sache, dass man beim Wählen der 112 aufgeregt ist – denn dann ist irgendetwas passiert.“ Man müsse nur auf die gestellten Fragen vom Leitstellenpersonal antworten, beruhigt Sven Helmold. Wo ist der Notfallort? Wie sind Sie telefonisch zu erreichen? Was ist genau passiert?

Missbrauch der 112 ist eine Straftat

Sollte ein Eingreifen durch den Anrufer, beispielsweise eine Reanimation, notwendig sein, so wird auch diese telefonisch angeleitet. Wichtigste Regel beim Absetzen eines Notrufs: Das Leitstellenpersonal beendet das Gespräch. Erst, wenn alle Fragen beantwortet sind, kann bestmöglich geholfen werden, betont Helmold.

Bei Vortäuschen und Missbrauch von Notrufen drohen Geldstrafe oder sogar Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Die Kosten für einen unnötigen Einsatz muss der Anrufer tragen. (William Abu El-Qumssan)

Brandschutzerzieher der Kreisfeuerwehr Northeim schulen Kinder, Erwachsene und Senioren. Informationen gibt es über die Geschäftsstelle der Kreisfeuerwehr Northeim unter Tel. 0 55 51/70 88 32 5 oder per E-Mail an geschaeftsstelle@kfv-nom.de

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