Fusionen müssen freiwillig erfolgen

Kreisfeuerwehrverband lehnt Zwang zur Zusammenlegung von Feuerwehren ab

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Gruppenbild mit Geehrten: Diese Feuerwehrleute wurden bei der Delegiertenversammlung der Kreisfeuerwehr in Hillerse mit dem Ehrenkreuz ausgezeichnet. Foto: Niesen

Hillerse. Der Kreisfeuerwehrverband Northeim lehnt zwangsweise Zusammenlegungen von Ortsfeuerwehren ab. Das erklärte Kreisbrandmeister Bernd Kühle bei der Delegiertenversammlung in Hillerse.

Kühle reagierte damit auf Kritik des niedersächsischen Landesrechnungshofes, der angesichts der abnehmenden Bevölkerung und angesichts von weniger werdenden Feuerwehrmitgliedern Fusionen zur Gewährleistung der Einsatzfähigkeit gefordert hatte. „Dass wir auf Entwicklungen reagieren können, haben wir im Landkreis schon einige Male mit Erfolg bewiesen“, sagte Kühle.

Fusionen seien ein Weg, wenn sie freiwillig erfolgten. Ein anderer „sehr erfolgreicher Weg“ sei die „zugweise Alarmierung“, sagte der Kreisbrandmeister. Gleichzeitig warnte er vor weiteren Einsparungen bei der Ausstattungen der Wehren mit Geräten und Personal. Trotz sinkender Bevölkerungszahlen steige die Zahl der Einsätze und die Anforderungen stetig.

Kein Verständnis äußerte der Kreisbrandmeister für die Streichung der Schirrmeisterstelle beim Landkreis Northeim. „Das ist aus unserer Sicht überhaupt nicht machbar.“

Derzeit sind in den 159 Ortsfeuerwehren und drei Werksfeuerwehren des Landkreises 5648 Aktive tätig. In den 67 Jugendfeuerwehren gibt es 860 Mitglieder und in den 27 Kinderfeuerwehren 390. Diese Zahl werde sich in diesem Jahr durch Gründungen von Kinderfeuerwehren in Denkershausen, Großenrode und Hohnstedt noch erhöhen.

Eingestellt wurde der Dienstbetrieb mangels Aktiver in der nur 46 Einwohner zählenden Einbecker Ortschaft Hallensen und aus der Ortsfeuerwehr Eboldshausen wurde eine Löschgruppe der Ortswehr Kalefeld. Kritik äußerte Kühle daran, dass einige Jugendwehren immer noch keine Mädchen aufnehmen. Das soll sich aber ändern.

Seinen Dienstbetrieb endgültig eingestellt hat der Musikzug Einbeck-Moringen. Zurzeit musizieren in den neun Musikzügen der Wehren noch 228 Mitglieder.

Im vergangenen Jahr rückten die Aktiven 2171mal aus. Sorgen bereitet die hohe Zahl von 378 blinder und böswilliger Alarme. Kritik äußerte Kühle dabei an Firmen, die ihre Brandmeldeanlagen nicht oder nicht ausreichend warten.

Die Verwaltung sei aufgefordert, Kostenbescheide an sie zu verschicken, um sie zu einer besseren Wartung anzuregen. Die Zahl dieser blinden Alarme sei zu hoch. (zhp)

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