1. Startseite
  2. Lokales
  3. Northeim

Northeimer Kreistag spricht sich für Stipendium für Medizinstudenten aus

Erstellt:

Von: Rosemarie Gerhardy

Kommentare

Anonymer Krankenschein
Damit die ärztliche Versorgung im Landkreis auch in Zukunft gesichert ist, soll jetzt ein Stipendium für angehende Mediziner ausgelobt werden. © Bernd Weissbrod/dpa/Symbolbild

Im Landkreis Northeim soll es in Zukunft ein Stipendien-Programm geben, um Nachwuchsmediziner zu gewinnen.

Landkreis Northeim – Der Kreistag votierte einstimmig für einen Antrag der Gruppe FDP/Die Unabhängigen. Mittelfristig soll damit die ärztliche Versorgung verbessert werden, begründet FDP-Kreistagsmitglied Tom Hendrik Becker den Antrag.

Vorgesehen ist es, jährlich zwei Stipendien zu vergeben. Im Haushalt sollen dafür 5600 Euro für 2023 (noch kein volles Stipendienjahr) und für das Folgejahr 2024 dann für zwei volle und zwei beginnende Stipendien 28 100 Euro im Haushalt bereitgestellt werden.

Tom Hendrik Becker Kreistagsmitglied (FDP)
Tom Hendrik Becker Kreistagsmitglied (FDP) © Junge Liberale/nh

Die Höhe des Stipendien-Betrages soll sich am aktuellen Bafög-Höchstsatz orientieren. Im Gegenzug verpflichten sich die Stipendiaten dann laut FDP/Die Unabhängigen-Antrag dazu, anschließend vier Jahre im Landkreis Northeim zu praktizieren.

Das Stipendienprogramm soll vorrangig den Abbau der Unterversorgung im ambulanten Bereich fördern, dient aber auch der Sicherstellung der Versorgung im stationären Bereich sowie im öffentlichen Gesundheitswesen im Landkreis Northeim, heißt es weiter.

Laut Kassenärztlicher Vereinigung Niedersachsen (KVN) liegt das Durchschnittsalter bei Haus- und Fachärzten im Landkreis Northeim inzwischen deutlich über 50 Jahre, bei Urologen und Hautärzten liegt der Anteil der über 55-Jährigen sogar bei 75 Prozent.

Jan Ebeling (Die Linke) berichtete im Kreistag, dass sich bereits eine Arbeitsgruppe gebildet habe, um das Stipendium auszugestalten. Auch Uwe Schwarz (SPD) forderte, dass nun ein gutes Konzept erarbeitet werden müsse. Dabei müsse auch festgelegt werden, welche Rolle die Gesundheitsdienste spielen. Das Programm müsse flexibel gehalten werden, damit Ärzte vor Ort eine Art Patenschaft übernehmen könnten.

Verwiesen wurde im Kreistag auf den Landkreis Diepholz, wo es seit 2012 ein solches Stipendienprogramm gibt. Laut dortiger Kreisverwaltung sei man sehr zufrieden. Aktuell werden dort 13 Studenten gefördert. (rom)

Ärztliche Versorgung im Landkreis Northeim

Der Versorgungsgrad bei Hausärzten in Northeim liegt laut Kassenärztlicher Vereinigung bei 108,2 %. Von ihnen sind 44,9 % älter als 55. In Uslar beträgt er 107,3 % (58,3 %), in Einbeck 120 % (55,6 %). Bei Fachärzten (kreisweit): Augenärzte 116,8 % (54,5 %), Chirurgen/Orthopäden 146 % (72,2 %), Frauenärzte 168,4 % (68,8 %), Hautärzte 117,4 % (75 %), Urologen 120,9 % (75 %), Nervenärzte 114,5 % (62,5 %), Psychotherapeuten 125,2 % (62,2 %), HNO- Ärzte 117,4 % (33,3 %), Kinderärzte 121 % (33,3 %). (rom)

Auch interessant

Kommentare