Krippe am Wall in Northeim: Anspruchsvolle Denkmalschutz-Anforderungen erfüllt

Neuer Ort für Kinder

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Raum zum Spielen: Die neue Krippe bietet Kindern viel Platz, doch auch an die Mitarbeiter wurde gedacht.

Northeim. Im September 2018 wurde der im Dezember 2017 begonnene Neubau der Krippe am Wall fertiggestellt. Der Standort wurde mit direkter Anbindung an das Außenspielgelände des St. Sixti-Kindergartens in der Hagenstraße gewählt.

Es ist eine sensible Stelle im Bereich des Grabens zwischen der historischen Stadtmauer und der Wallanlage, an der sich nach Aussage des Landesamtes für Denkmalpflege normalerweise ein neues Bauwerk verbieten würde.

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Aber gerade die vorgesehene Nutzung durch Betreuung von Kleinkindern wird als besonderer Dienst an der Gesellschaft empfunden, der dieses Bauwerk als einzig allein zuzulassende Nutzung an dieser Stelle rechtfertigt.

Integration in das Stadtbild

Stadtbildprägend sind an diesem Standort außer Stadtmauer und Wallanlage vor allem die St.-Sixt-Kirche als mächtiger Massivbau, aber auch die westlich angrenzende Bebauung mit Fachwerkhäusern und der künstlerisch verspielte Bau des Theaters der Nacht. Diesen Gebäuden gegenüber sollte sich der Krippenneubau in schlichter und moderner Architektur zurücknehmen.

Mit Ausblick auf den Wall

Dementsprechend wurde ein schlichter Baukörper in Verlängerung der Stadtmauer in Holzbauweise mit flach geneigtem Pultdach geplant. Die äußere Lärchenholzverkleidung soll den Leichtbau gegenüber der massiven Stadtmauer darstellen und soll im Laufe der Zeit natürlich verwittern. Wichtig war die transparente Gestaltung des mittig angeordneten Gruppenraumes mit direkter Durchsicht bis auf die südlich verlaufende Wallanlage. Der Entwurf und die Bauausführung wurden von der städtischen Hochbauabteilung geleistet.

Das Raumprogramm wurde nach den Vorgaben des Landesjugendamtes erfüllt und umfasst neben dem Eingangsbereich mit Übergabe- und Garderobenbereich und dem Gruppenraum auch einen Waschraum mit Kleinkind-WC´s, Wickeltisch, Waschrinne und Pflegedusche. Ferner schließen sich eine Küche und ein Abstellraum sowie ein Schlafraum, der auch als Bewegungsraum genutzt werden kann, an. Für Mitarbeiter gibt es einen eigenen Raum und ein Personal-WC, das als Behinderten-WC eingerichtet wurde. Der Neubau verfügt über einen Niedrig-Energiehaus-Standard. Die Beheizung erfolgt über eine elektrische Wärmepumpenanlage, die gesamte Fläche wird mit einer Fußbodenheizung beheizt. Das geneigte Flachdach erhielt eine extensive Begrünung.

Archäologische Grabung

Auflage der Denkmalpflege war eine vorausgehende archäologische Grabung, wobei die Mauerkrone des Fundamentes der Stadtmauer, die bisher nicht sichtbar war, freigelegt wurde. Dabei zeigte sich, dass der Mauerverlauf nicht in der Flucht der bisherigen Stadtmauer weiterlief, sondern nach Norden etwas abknickte, so dass eine neue Planung erstellt werden musste. Nicht zuletzt durch die archäologische Grabung oder neue Erschließungswege stiegen die ursprünglich mit 600.000 Euro veranschlagten Kosten des Neubaus auf 720.000 Euro.  nh

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