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Kritik am Abfallkalender: falsches Medium und falsches Format

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Von: Frank Schneider

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Müllwerker mit Abfalltonnen am Heck eines Müllfahrzeugs.
Übersicht: Wann und wo im Landkreis Northeim der Müllwagen vorfährt, ist dem Abfallkalender zu entnehmen. © Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Abfallkalender des Landkreises Northeim sind noch bei allen Stadt- und Gemeindeverwaltungen, bei der Kreisabfallwirtschaft und im Kreishaus in Northeim erhältlich. Das teilt der Landkreis Northeim auf Nachfrage der HNA mit.

Northeim/Uslar – Hintergrund ist, dass der Abfallkalender für 2023 erstmals nicht mit der Post, sondern mit der lokalen Wochenendzeitung Hallo Northeim verteilt wurde. Die Post hatte diesen Auftrag abgelehnt. Das hatte zur Folge, dass diese Neuerung nicht alle Einwohner im Landkreis Northeim erreicht hat, zudem nicht alle Menschen die Wochenendzeitung lesen.

Einer von ihnen ist Edgar Leifheit aus Uslar, der sich in der Angelegenheit mit einem offenen Brief an Landrätin Astrid Klinkert-Kittel gerichtet hat. Die Wochenendzeitung sei für ihn ein Medium, das er aus dem Briefkasten nehme und unbesehen in der Papiertonne entsorge, erzählt er im Gespräch mit der HNA. Das mache ein Großteil seiner Nachbarn und Bekannten auch. Ihm sei vollkommen unverständlich, dass eine solch wichtige Bürgerinformation in einem nach seinem Worten wenig beachteten Medium veröffentlicht werde.

Leifheit berichtet, dass er die Hallo-Ausgabe mit dem Kalender aus der Papiertonne gekramt und danach noch weitere Kritikpunkte entdeckte habe: So sei das Zeitungsformat 31 mal 47 Zentimeter im Vergleich zum A5-Format der bisherigen Abfallkalender-Broschüre in aufgehängter Form nicht zum schnellen Nachschlagen geeignet.

Zudem sei der veröffentlichte Kalender in so kleinen Lettern und Symbolen gedruckt, dass es speziell älteren Mitbürgern, zu denen er gehöre, schwerfalle, das richtige Symbol dem jeweiligen Abholtermin zuzuordnen. Das alles sei ein Indiz für eine bürgerfremde Verwaltung und eine Verschlechterung der von öffentlichen Verwaltungen zu erbringenden Dienstleistungen.

Der Landkreis antwortet auf HNA-Nachfrage, dass die Möglichkeit bestehe, den auf der Internetseite des Landkreises Northeim zur Verfügung gestellten Kalender selbst in einem beliebigen Format auszudrucken. Der Landkreis berichtet weiter, dass Nachfragen zum Abfallkalender insbesondere von Haushalten kamen, die kein Exemplar erhalten oder dieses in Unkenntnis des Inhalts entsorgt hätten, sowie von Haushalten, die vermutet hatten, dass der übliche Kalender zusätzlich zur Veröffentlichung in der Zeitung trotzdem noch komme.

Diese Haushalte können in jedem Fall noch ein Exemplar bekommen, heißt es. Weiterhin könne der Kalender in Form der Abfall-App auf dem Smartphone genutzt werden. Über die App werde nach eigenen Einstellungen an die Abholtermine erinnert. Bürgerinnen und Bürger, die gegebenenfalls Probleme mit der Lesbarkeit der Daten haben, können bei der Abfallberatung einen Kalender in größerem Format anfordern und bekommen diesen zugeschickt.

Der Verlagsleiter des Verlags F. Wolff & Sohn KG (Gronau), Christopher Härtel, der das Wochenblatt herausbringt, hatte Anfang Dezember betont, dass diejenigen, die keine Hallo-Ausgabe mit dem Abfallkalender bekommen haben, sich zeitnah an den Vertrieb (VSL) wenden sollten.  

Kontakt: Abfallberatung private Haushalte, Landkreis Northeim, Tel. 0 55 51/70 81 62, E-Mail: p.schmalle@landkreis-northeim.de Verlag Wolff: vertriebsserviceleinetal.de, per E-Mail an vertrieb@leinetal24.de oder telefonisch unter 0 51 82/92 19 19. (fsd)

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