Kritik von der SPD an „schräger Debatte“

Impfzentrum in der Stadthalle Northeim: genug Alternativen für Kultur

Stadthalle Northeim blaue Skulptur
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Die Stadthalle in der Northeimer Innenstadt soll Impfzentrum werden.

Das niedersächsische Innenministerium hat dem Plan zugestimmt, in der Northeimer Stadthalle ein zweizügiges Impfzentrum einzurichten.

Dort sollen bis zu 400 Menschen am Tag gegen das hochansteckende Coronavirus geimpft werden. Das Zentrum soll bereits am 15. Dezember startklar sein.

Das teilte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) dem Kreistag in seiner Sitzung am Freitag in der Northeimer Stadthalle mit. Anschließend beschloss das Gremium einstimmig das weitere Vorgehen im Kampf gegen die gefährliche Krankheit.

Nicht nur das Impfzentrum in der Stadthalle soll bereits am 15. Dezember in Betrieb gehen, sagte die Landrätin. Darüber hinaus sollen zwei mobile Impfteams eingesetzt werden.

„Ohne die Hilfsorganisationen wären wir heute nicht dort, wo wir stehen“, dankte die Landrätin unter dem Beifall des Kreistags dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), den Johannitern und dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) für ihre tatkräftige Unterstützung.

Zunächst soll der Betrieb des Impfzentrums bis 30. Juni 2021 sichergestellt werden, bei Bedarf bis zum Ende des Jahres 2021. „Im Frühjahr werden wir sehen, welches Zeitfenster wir noch benötigen“, sagte die Landrätin. Sie unterstrich die Wichtigkeit des Impfens. Im Landkreis seien bislang zehn Menschen an dem Virus gestorben. „Das sind zehn Menschen zuviel.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Schwarz (Bad Gandersheim) sprach die Hoffnung aus, „dass die Impfungen wirklich wirksam sind. Das wäre ein unglaublicher Segen.“ Sie seien die einzige Chance, 2021 zu einem halbwegs normalen Verhalten zurückkehren zu können.

Keinerlei Verständnis äußerte er an der Kritik aus der Kulturszene, mit der Stadthalle als Impfzentrum werde ihr der zentrale Veranstaltungsort genommen. Schwarz betonte, Veranstaltungen gäbe es bei der Ansteckungsrate und ohne Impfungen sowieso nicht. Schwarz: „Das ist eine schräge Debatte.“

Ein großes Lob für die Kreisverwaltung gab es vom Fraktionsvorsitzenden der FDP, Irnfried Rabe (Northeim): „Sie haben es geschafft, innerhalb von sechs Tagen das Impfzentrum zu organisieren.“

Zur Kulturszene sagte er, es gäbe genügend Alternativen zur Stadthalle als Veranstaltungsort, so unter anderen den Lux-Saalbau, das Theater der Nacht, die Dorfgemeinschaftshäuser oder die Mehrzweckhalle in Höckelheim.

Heiner Hegeler (CDU/(Northeim), appelliert angesichts der andauernden Pandemie und der damit verbundenen Notlage, Einzelinteressen zurückzustellen. (Hans-Peter Niesen)

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