Stelle soll schnell neu ausgeschrieben werden

Kündigung des Northeimer Rechtsamtsleiters war für Ratsfraktionen „ein Schock“

Northeim. Die Kündigung des Rechtsamtsleiters und Pressesprechers der Stadt Northeim, Christoph Sachse, beschäftigt auch die Stadtratsfraktionen. Wir haben die Politiker um Statements gebeten.

„Ich bin traurig“ - mit diesen Worten kommentierte Northeims Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser am Dienstagabend gegenüber der HNA die Entscheidung des neuen Rechtsamtsleiters und Pressesprechers Christoph Sachse, nach dreimonatiger Tätigkeit Mitte Februar die Northeimer Stadtverwaltung schon wieder zu verlassen (wir berichteten). Nun werde man zügig die Stelle erneut ausschreiben, kündigte der Northeimer Verwaltungs-Chef an.

Sachse betonte am Mittwoch, dass ihm die Entscheidung nicht leicht gefallen sei und bestätigte, dass er Mitte Februar eine neue Tätigkeit in der freien Wirtschaft aufnehmen wird. Zu den Gründen für seine Wechsel wollte er nichts sagen.

CDU

„Ich bedauere, dass Herr Sachse gekündigt hat, aber ich kann ihn verstehen“, sagt Reta Fromme, Vorsitzende der CDU-Fraktion im Northeimer Rat. Sie sieht in der Entscheidung des 36-Jährigen einen Hinweis darauf, dass sich das mehrfach kritisierte Verhalten des Northeimer Bürgermeisters gegenüber seinen Mitarbeitern offensichtlich nicht verändert hat. „Es wird bestimmt schwierig werden, einen Nachfolger zu finden, denn schon beim zurückliegenden Bewerbungsverfahren gab es ja nur wenige Interessenten, und man braucht keine hellseherischen Fähigkeiten, um zu erkennen, was in der Northeimer Stadtverwaltung passiert.“

SPD 

„Das ist schlimm für Northeim“, kommentierte SPD-Fraktions-Chef Berthold Ernst die Entscheidung Sachses. „ Weil es leider ein weiteres Beispiel dafür ist, dass die Leistungsträger, die über die nötige Mobilität verfügen, die Verwaltung angesichts der Situation in der Personalführung lieber verlassen. Ich habe Herrn Sachse jedenfalls als kompetenten, freundlichen und leistungsbereiten Menschen kennengelernt.

FDP 

„Die Kündigung erfolgte laut Herrn Sachse nicht aus persönlichen Gründen“, sagt FDP-Fraktions-Mitglied Irnfried Rabe. Ohne die Einzelheiten zu kennen, könne man daher vor dem Hintergrund der vielen bisherigen Kündigungen davon ausgehen, „dass es nicht in ausreichendem Maße gelingt, unter der Personalführung des Bürgermeisters neue Mitarbeiter einzubinden und dafür zu sorgen, dass sie sich in der Verwaltung heimisch fühlen.“

Die Grünen

Als „einen Schock“ hat Hans Harer, Fraktionsvorsitzender der Grünen, die Kündigung Sachses empfunden. „Gegenüber der Politik bestach er nicht nur durch seine juristische Fachkompetenz, sondern durch seinen geraden und freundlichen Kommunikationsstil.“ Bei seiner Arbeit sei ihm seine langjährige Erfahrung als Kommunalpolitiker zugute gekommen. „Da wir jetzt nach Alexander Schilling schon wieder einen jungen Beamten verlieren, kann ich als Grund für die Kündigung nur die Führungsdefizite des Bürgermeisters vermuten. Und in der Verantwortung für die Mitarbeiter frage ich als Ratsmitglied: Wer wird der nächste sein?“

FuL

„Wir waren überrascht und bedauern sehr, dass Herr Sachse gekündigt hat“, sagt Rolf Traupe, Fraktions-Chef der FuL. „Über die konkreten Hintergründe möchte er nicht reden, das muss man akzeptieren.“ Möglicherweise habe die „blöde Situation“, dass er als Rechtsamtsleiter gegen den eigenen Dienstherrn habe arbeiten müssen, mit zu der Entscheidung beigetragen, vermutet Traupe.

AfD 

„Wir finden es bedenklich, dass diese wichtige Stabstelle jetzt erst mal nicht besetzt sein wird“, sagt Jens Kestner, Mitglied der AfD-Fraktion. „Da Herr Sachse keine Gründe für seine Kündigung genannt hat, kann man nur spekulieren. Wir denken, dass die Menschenführung innerhalb der Verwaltung erheblich verbessert werden muss, und wir meinen damit nicht nur den Bürgermeister.“

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