Krippe zum Fest

Kurios: Wie kommt der Elefant in die Kirche?

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Die Krippe in der Fredelsloher Klosterkirche

Fredelsloh. Was hat denn ein Elefant an der Weihnachtskrippe zu suchen? Diese Frage dürfte sich so mancher Besucher der Fredelsloher Klosterkirche stellen.

Des Rätsels Lösung: Neben Ochse, Esel, Schafen und Hirtenhunden gehört nach alter Tradition durchaus auch ein Elefant zu den typischen Krippentieren. Ebenso wie das Kamel und das Pferd gilt er als eines der Reittiere der drei Könige aus dem Morgenland.

Während das Pferd Melchior, dem europäischen Weisen zugeordnet wird und das Kamel Balthasar, den Repräsentanten Asiens trägt, dient der Elefant dem afrikanischen König Kaspar als Reittier.

„Wir haben allerdings einen Indischen Elefanten gebaut“, sagt Kunsttöpfer Johannes Klett-Drechsel und lacht. „Für die großen Ohren eines Afrikanischen Elefanten wäre nicht genug Platz im Brennofen gewesen. Außerdem hätte die Gefahr bestanden, dass die Ohren abbrechen.“

Freuen sich über das große Interesse an der Fredelsloher Krippe (von links): Johannes Klett-Drechsel, Pastor Peter Büttner und Janne Klett-Drechsel.

Für die Tatsache, dass es sich bei dem Tonelefanten offensichtlich noch um ein Jungtier handelt, hat Klett-Drechsel eine Erklärung parat, die ganz gut zur Dramaturgie der Weihnachtsgeschichte passt: „Eigentlich hatten sich Kaspar und seine Begleiter mit einer schwangeren Elefantenkuh auf den Weg nach Bethlehem gemacht, doch die starb unterwegs bei der Geburt ihres Kindes, sodass nur der kleine Elefant dort ankam.“

Viele Unterstützer

Mit der Gestaltung der Fredelsloher Krippe zusammen mit seiner Tochter Janne und mit Unterstützung mehrerer Töpferinnen und Töpfer sowie einiger Laien, geht für Klett-Drechsel ein Herzenswunsch in Erfüllung. „Ich komme aus einer Krippenfamilie“, sagt er und verrät, dass er im Alter von acht Jahren als Sohn eines fränkischen Pfarrers seine Liebe für die Weihnachtskrippen entdeckte. „Und dass ich jetzt hier in der Fremde diese Krippe gestalten darf, ist eine große Freude“, betont er und fügt schmunzelnd hinzu: „Ich wohne ja erst 50 Jahre hier.“

Leidenschaft für Krippen

Ausschlaggebend dafür, dass Klett-Drechsel der Kirchengemeinde den Vorschlag unterbreitete, eine ganz besondere Krippe für die Kirche zu schaffen, war die Begegnung mit Heinz Altenbeck. Da der zugezogene Fredelsloher ebenso eine Leidenschaft für Krippen hatte, fassten die beiden den Entschluss, die Idee in die Tat umzusetzen.

So entstanden am Himmelfahrtswochenende 2015 in der Werkstatt des Ausstellungshauses „Keramikum“ zunächst Maria, Joseph, Jesus, der Verkündungsengel, zwei Hirten, der Esel, der Ochse und drei Schafe.

In den folgenden Jahren folgten dann weitere Figuren. Mittlerweile sind es 27, wobei das Jesuskind schon einmal ausgetauscht wurde. „Das erste war zu klein“, verrät Janne Klett-Drechsel, die auch Küsterin der Klosterkirche ist. „Das konnte man aus der Entfernung nicht so gut erkennen.“

Die Krippe soll auch im kommenden Jahr erweitert werden, und für die Verfeinerung ihrer Figuren sind Vater und Tochter stets auf der Suche nach passenden Accessoires. Zum Beispiel könnten sie noch etwas Elfenbein gebrauchen, um dem Elefanten noch zwei passende Stoßzähne zu verpassen.

Margot Käßmann kommt

Die Fredelsloher Krippe ist inzwischen weit über die Grenzen des Töpferdorfes hinaus bekannt, und im kommenden Jahr wird sie laut Pastor Peter Büttner prominenten Besuch bekommen. Die ehemalige Landesbischöfin Margot Käßmann wird dann in der Klosterkirche einen ZDF-Fernsehgottesdienst halten, bei dem die Krippe im Mittelpunkt stehen wird.

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