Quote sinkt leicht auf 5,8 Prozent

Kurzarbeit hält Arbeitslosigkeit im Kreis Northeim im Zaum

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Die Arbeitsagentur-Geschäftsstelle Northeim.

Leicht sinkende Arbeitslosenzahlen und eine leicht gestiegene Nachfrage nach Arbeitskräften: So fällt die März-Bilanz für den Arbeitsmarkt im Landkreis Northeim aus.

Landkreis Northeim - Allerdings ist die relativ gute Entwicklung mit einer um 0,2 Punkte auf 5,8 Prozent gesunkenen Arbeitslosenquote auch der Tatsache geschuldet, dass nach wie vor viele Menschen coronabedingt in Kurzarbeit sind und so nicht in der Arbeitslosenstatistik auftauchen.

Aktuelle Zahlen über die Höhe der Kurzarbeit im Landkreis gibt es allerdings nicht von der Arbeitsagentur, da die Kurzarbeits-Abrechnungen stets um Monate hinterherhinken. Die aktuellste Zahl – und die ist nur vom Gesamtbezirk Göttingen zu haben – stammt von Anfang September, also vor dem zweiten Lockdown. Damals hatten 1351 Betriebe Kurzarbeit gemeldet, von der Förderung profitierten 11 460 Beschäftigte. Heute dürften es wesentlich mehr sein.

Zurück zu den aktuellen Arbeitslosenzahlen. Im Vergleich zum Februar zeigt sich eine Frühjahrsbelebung, die sich in Kreis Northeim durch einen Rückgang um 118 Arbeitslose dokumentiert.

Folgen von Corona

Demgegenüber verdeutlicht der Vergleich mit dem März des Vorjahres die Corona-Folgen: Hier liegen die aktuellen Arbeitslosenzahlen im Kreis Northeim trotz Kurzarbeit mit einem Plus von 613 deutlich über dem Wert von 2020.

Konkret waren im März im Landkreis 4112 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren wie gesagt 118 weniger als im Februar (-2,9 Prozent), aber eben 613 mehr als im Vorjahresmonat (+17,5 Prozent).

Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt 5,8 Prozent. Vor genau einem Jahr, als Corona zur Monatsmitte gerade erst langsam begann, hatte die Quote noch bei 5,0 Prozent gelegen.

Auf der Nachfrageseite schlagen aktuell 300 neu gemeldete Stellenangebote zu Buche, die im zurückliegenden Monat von Wirtschaft und Verwaltung aus dem Kreis Northeim bei der Agentur gemeldet wurden. Das waren 13 mehr als im Februar, aber 64 (-17,6 Prozent) weniger als vor Jahresfrist.

Mehr offene Stellen

Allerdings erhöht sich der Bestand an offenen Stellen stetig. Aktuell sind 1362 Arbeitsangebote aus dem Kreis Northeim bei der Arbeitsagentur gelistet, 93 oder 7,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat haben nahezu alle Personengruppen profitiert, ausgenommen die Langzeitarbeitslosen, betont Klaus Voelcker, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Göttingen. Neben gesundheitlichen Einschränkungen oder ungenügenden Deutschkenntnissen sei in dieser Gruppe vor allem mangelnde oder überholte berufliche Qualifikation zu nennen. Um dem entgegenzuwirken biete die Agentur zahlreiche Weiterbildungskurse an.

Ergänzend zur Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur monatlich auch Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die sich zum Beispiel in geförderten Fortbildungskursen befinden. Die Unterbeschäftigung im Kreis Northeim betrug im März 5331. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs von fast sechs Prozent.

Das sind die Zahlen regional

Im Kreis Northeim ist die Arbeitslosigkeit im Bereich der Agenturgeschäftsstelle Northeim am niedrigsten:

Northeim: aktuell 2205 Arbeitslose, 51 weniger als im Februar, aber 337 mehr als vor einem Jahr; Quote: 5,5 Prozent (Vormonat: 5,6 %/Vorjahr: 4,6 %).

Uslar: aktuell 530 Arbeitslose, 18 weniger als im Februar, aber 63 mehr als vor einem Jahr; Quote: 6,0 Prozent (Vormonat: 6,2 %/Vorjahr: 5,3 %).

Einbeck: aktuell 1377 Arbeitslose, 49 weniger als im Februar, aber 213 mehr als vor einem Jahr; Quote: 6,5 Prozent (Vormonat: 6,7 %/Vorjahr: 5,5 %).

(Axel Gödecke)

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