Feier für alle Helfer

KZ-Gedenkstätte Moringen wurde für 200.000 Euro saniert

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Sie alle haben auf ihre Weise bei der Sanierung geholfen: Handwerker, Zulieferer und Förderer des Projektes hatte das Team der KZ-Gedenkstätte am Freitag zu einer kleinen Feier eingeladen, um sich für die Unterstützung zu bedanken.

Moringen. Die Erleichterung stand Joachim Suffrian, dem Vorsitzenden des Vereins „Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen“ ins Gesicht geschrieben: „Das war eine Punktlandung, was die Finanzen angeht.“

200 000 Euro hatten für die Sanierung der KZ-Gedenkstätte zur Verfügung gestanden, 200 000 Euro hat sie gekostet - und das, obwohl es während der Bauarbeiten unliebsame Überaschungen gegeben habe.

Suffrian dankte allen Handwerkern und Finanziers für ihre Hilfe und lobte besonders das Engagement von Ulrich Schmitz vom Büro HK Architekten aus Göttingen. Der Diplom-Ingenieur Schmitz hatte die Sanierung des 270 Jahre alten, denkmalgeschützten Torhauses geplant und begleitet und dabei stets das knappe Budget im Auge behalten.

Dabei hätten die Kosten leicht explodieren können. Viele Balken seien morscher gewesen aus gedacht, berichtet Schmitz. In den Zwischendecken seien einige Balken bei Belastung gar zu Staub zerfallen. Zwei Außenwände aus Fachwerk hätten bei einer früheren Sanierung Schaden genommen, die Schwellen mussten ausgetauscht werden. Auch am Dachstuhl und bei den Wänden war der Aufwand größer als geplant. Um das Budget nicht zu sprengen, habe die Firma Pöstgens Teile ihres Lohns für Putzarbeiten gespendet, weil sie länger brauchte als gedacht.

Um die Heizkosten zu senken, wurde der Dachboden gedämmt, der Fußboden erneuert und die Eingangstür mit einem dicken Vorhang als Kältefang versehen. Die alten Kastenfenster wurden aufgearbeitet und abgedichtet, Geld für neue Fenster fehlte. Schmitz: „Ich schätze die Energieersparnis auf etwa 20 Prozent.“

Die Mitarbeiter der Gedenkstätte sind froh, dass das Gebäude nicht mehr so fußkalt ist und dass die neunmonatige Zeit im Behelfsquartier auf der anderen Straßenseite ein Ende hat. Die sanierte Gedenkstätte im Torhaus soll nun - da viele ehemalige Häftlinge bereits verstorben sind - mehr der Forschung als der Kommunikation dienen, kündigt Leiter Dr. Dietmar Sedlaczek an: „Hier soll mit Bibliothek und Archiv das Gedächtnis der Häftlinge entstehen und bewahrt werden.“ Eine neue Fotoinstallation erinnert an ihr Schicksal.

Am historischen Ort des KZs, dem heutigen Maßregelvollzugszentrum, soll es eine überarbeitete Ausstellung geben, Gruppen können Seminarräume nutzen.

Hintergrund: Baukosten

Den Löwenanteil der Baukosten schulterten die Stadt Moringen und der Landkreis Northeim. Rund 60 000 Euro aus der Städtebauförderung sind laut Bürgermeister Schnabel in die Sanierung geflossen. Der Landkreis legte rund 100 000 Euro aus Mitteln der Regionalförderung, der Denkmalpflege und der Kultur- und Denkmalstiftung oben drauf, berichtet deren Geschäftsführer Harald Rode. Auch die Bingo-Stiftung und die Sparkassenstiftung des Landes Niedersachsen halfen bei der Finanzierung.

Von Friederike Steensen

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