Längste Baustelle des Niedersachsens

Ende des Jahres sollen zwei Bauabschnitte der Autobahn  7 fertig sein

Beim Ausbau der A 7 werden auch zwei Grünbrücken gebaut. Eine davon befindet sich am Waldgebiet Harzhorn zwischen den Anschlussstellen Echte und Seesen. Die Grünbrücke soll Wildkatzen, Luchsen und anderen Tieren das gefahrlose Überqueren der Autobahn ermöglichen.
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Beim Ausbau der A 7 werden auch zwei Grünbrücken gebaut. Eine davon befindet sich am Waldgebiet Harzhorn zwischen den Anschlussstellen Echte und Seesen. Die Grünbrücke soll Wildkatzen, Luchsen und anderen Tieren das gefahrlose Überqueren der Autobahn ermöglichen.

Auch in diesem Sommer müssen Urlauber und andere Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn 7 mit Staus und Behinderungen rechnen.

Seesen / Northeim – Einer der Autobahnabschnitte, auf denen nach Angaben des ADAC mit Staus zu rechnen ist, ist der A7-Abschnitt zwischen Seesen und Nörten-Hardenberg. Auf dem knapp 30 Kilometer langen Abschnitt wird sie von vier auf sechs Spuren verbreitert.

„Dies ist die längste Autobahnbaustelle in Niedersachsen“, sagt eine ADAC-Sprecherin. Die Arbeiten erstrecken sich derzeit über den gesamten Baustellenbereich. „Es gibt de facto keine Stelle, an der nicht gebaut wird“, sagt der Sprecher des Baukonsortiums Via Niedersachsen, Steffen Schütz. „Teilweise befindet sich das Baufeld auf der Richtungsfahrbahn Hannover, teilweise auf der Richtungsfahrbahn Kassel.“

Fertiggestellt sind bislang drei Bauabschnitte in Fahrtrichtung Hannover: Ein rund sieben Kilometer langer Abschnitt zwischen Nörten-Hardenberg und Northeim-Nord, ein rund sechs Kilometer langes Teilstück zwischen der Northeimer Seenplatte und der Anschlussstelle Echte sowie ein weiteres etwa sechs Kilometer langes Teilstück vom Harzhorn bis Seesen. Insgesamt ist damit die Fahrbahn Richtung Norden auf einer Länge von 20,4 Kilometern dreispurig ausgebaut.

Dort, wo der Ausbau fertig ist, rollt nun der gesamte Verkehr auf der Richtungsfahrbahn Hannover. Auf der Gegenfahrbahn finden derweil die weiteren Ausbauarbeiten statt.

Bis Ende dieses Jahres sollen diese so weit sein, dass die beiden Abschnitte am nördlichen und am südlichen Ende der Baustelle komplett ausgebaut sind. Dann soll es auf einem rund fünf Kilometer langen Teilstück südlich der Anschlussstelle Seesen und auf einem sechs Kilometer langen Teilstück nördlich der Anschlussstelle Nörten-Hardenberg wieder freie Fahrt geben.

Bis Ende 2022 soll dann auch das 18,5 Kilometer lange Mittelstück fertig ausgebaut sein.

Insgesamt müssen im Zuge der Autobahnverbreiterung 37 Brücken neu gebaut werden. Zwölf Brücken seien inzwischen fertiggestellt, sagt Sprecher Schütz. Die noch fehlenden 25 Brücken zur Hälfte fertig, so wie beispielsweise die 270 Meter lange Flutbrücke an der Seenplatte. Beim jeweiligen zweiten Teilbauwerk auf der anderen Seite der Autobahn hätten die Bauarbeiten begonnen oder starteten in Kürze.

Zu den Brückenbauwerken gehören auch zwei Grünbrücken. Eine dieser Brücken befindet sich bei Hillerse, die zweite Wildbrücke wird am Harzhorn gebaut. Dass die Grünbrücke gerade an dieser Stelle gebaut wird, liegt daran, dass in dieser Gegend Wildkatzen leben. Die Wildbrücke soll es den geschützten Tieren ermöglichen, bei ihren Streifzügen gefahrlos die Autobahn zu queren. Auch für die weitere Ausbreitung der Luchse könnte die Brücke hilfreich sein. In den vergangenen Jahren waren mehrfach Luchse zu Tode gekommen, als sie auf der Suche nach neuen Lebensräumen die Autobahn zu queren versuchten. (Heidi Niemann)

Bauarbeiten dauern ein Jahr länger als geplant

Ursprünglich hätte der komplette Autobahnausbau Ende dieses Jahres abgeschlossen sein sollen. Dieses Ziel mussten die Planer jedoch um ein Jahr verschieben. Neben teilweise schwierigen Bodenverhältnissen brachten auch archäologische Funde aus der Jungsteinzeit, deren Bergung rund 80 Wochen dauerte, den Zeitplan durcheinander.

Außerdem kam eine Population von Wasserfledermäusen den Autobahnbauern in die Quere. Diese hatten eine der Autobahnbrücken im Bereich der Northeimer Kiesseen, die im Zuge der Verbreiterung abgerissen werden sollte, als Sommerquartier auserkoren. Deshalb mussten für sie erst drei Häuschen als Ersatzquartier gebaut werden, ehe die Brücke abgebrochen werden konnte. Inzwischen hätten die Tiere das neue Domizil an den Kiesseen angenommen, sagt Schütze: „Den Fledermäusen geht es gut.“ (pid)

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