Land Niedersachsen setzt auf 2G

Neue Corona-Regeln: Im Kreis Northeim gilt ab heute Warnstufe 1

Blick auf den Northeimer Weihnachtsmarkt von oben.
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Der Northeimer Weihnachtsmarkt: Gemäß der neuen Coronaregeln in Niedersachsen gilt dort künftig eine Maskenpflicht für alle Besucher und damit auch für Personen, die nur einmal über den Markt flanieren wollen.

Niedersachsen setzt auf die 2G-Regel. Das hat Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstag, 23. November, in Hannover angekündigt. Gleichzeitig verschärft die Landesregierung die Corona-Warnstufen.

Northeim / Hannover – Die neuen Regeln treten heute, Mittwoch, 24. November, in Kraft.

„In zahlreichen Teilen Deutschlands ist die Pandemielage dramatisch. In Niedersachsen ist sie zwar noch etwas besser, aber durchaus ernst und besorgniserregend“, sagte Weil. Die Landesregierung ergreife nun Schutzvorkehrungen, die in anderen Bundesländern erst bei deutlich höheren Inzidenzen ergriffen worden seien. Die landesweite 7-Tage-Inzidenz betrug am Dienstag 181.

Stephan Weil (SPD)

„Insbesondere ungeimpfte Menschen müssen mit teils massiven Einschränkungen rechnen“, betonte der Ministerpräsident. Ausgenommen seien nur Personen, die sich nicht impfen lassen können sowie zunächst noch weitgehend auch Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Weil appellierte an die Bürger, „sich der sehr ernsten Lage bewusst zu sein und sich entsprechend verantwortungsvoll zu verhalten.“

In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens greifen ab Mittwoch verschärfte 2G-Regeln. In Landkreisen, in denen die Warnstufe 2 erreicht wird, soll die 2Gplus-Regel greifen. Das heißt, dort müssen dann auch Geimpfte und Genesene einen negativen Coronatest vorlegen, etwa in der Gastronomie, bei Veranstaltungen, beim Sport, beim Frisör oder in Hotels. Maskenpflicht und Abstandsgebote werden ausgeweitet.

Die Warnstufen treten früher in Kraft, Stufe 1 bereits ab einer 7-Tages-Hospitalisierungsinzidenz von 3 (bisher 6), Warnstufe 2 bei einer Hospitalisierungsinzidenz von 6 und Warnstufe 3 bei 9. Für den Landkreis Northeim bedeutet das, er fällt unter die Regeln der Warnstufe 1. Denn neben der kreisweiten 7-Tage-Inzidenz liegen auch die beiden anderen landesweiten Indikatoren über den Warnwerten.

Vor der Warnstufe 1 treten erste Verschärfungen bereits ab einer 7-Tages-Neuinfektionsinzidenz von 35 ein. Bisher griffen sie erst bei einer Inzidenz von 50.

Das ändert sich:

Bei sämtlichen Warnstufen gelten künftig die Privilegierungen bei 2G (Geimpfte und Genesene) wie „kein Abstand“ und „keine Maske“ nicht mehr. Alle über 12-Jährigen müssen bei 2G im Innenbereich einen Impf- oder Genesenennachweis vorzeigen, bei 2Gplus zusätzlich einen negativen Test. Alle weiteren noch bestehenden Privilegierungen für Jugendlichen sollen zum 1. Januar 2022 fallen.

Schon vor der Warnstufe 1, also vor einem Überschreiten des Hospitalisierungswertes 3 dürfen an Veranstaltungen mit mehr als 25 Personen in Innenräumen nur noch Geimpfte, Getestete oder Genesene (3G) teilnehmen, sobald die 7-Tage-Inzidenz über 35 liegt. Das gilt im Innenbereich für alle Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen, für Weihnachtsmärkte (auch draußen), Diskotheken, Gastronomie, Beherbergung und Körpernahe Dienstleistungen. Bei Veranstaltungen in Innenräumen mit mehr als 1000 Personen gilt dann 2G.

Warnstufe 1

In Warnstufe 1 galt für größere Veranstaltungen bereits 2G. Das wird jetzt im Innenbereich ausgeweitet auf alle Veranstaltungen, auf Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Diskotheken, Gastronomie, Beherbergung und körpernahe Dienstleistungen. Bei Weihnachtsmärkten gilt 2G drinnen und draußen. Neu ist eine Maskenpflicht drinnen wie draußen. Die Maske darf nur zum Essen oder Trinken kurz abgenommen werden. Ansonsten gilt – wie bisher – bei Veranstaltungen unter freiem Himmel 3G.

Warnstufe 2

In Warnstufe 2 wird 2Gplus eingeführt: Geimpfte und Genese müssen einen aktuellen negativen Test vorgelegen. Dies gilt für alle Veranstaltungen im Innenbereich (draußen 2G) und generell für Weihnachtsmärkte sowie für die Innenbereiche von Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Diskotheken, Gastronomie, Beherbergung und Körpernahen Dienstleistungen. Die Maskenpflicht wird in Innenräumen auf FFP2 verschärft. Nur noch maximal 15 Personen dürfen ohne 2Gplus drinnen beziehungsweise 2G draußen zusammenkommen.

Warnstufe 3

In Warnstufe 3 dürfen es dann nur noch bis zu 10 Personen sein. Die weitere Ausgestaltung von Warnstufe 3 erfolgt in Kürze. (Olaf Weiss)

Landesweit zwei Warnwerte erreicht

Die landesweite Hospitalisierungsinzidenz betrug gestern 5,7 und lag damit unter dem bisherigen Warnwert von 6,0, aber über dem künftigen von 3,0. Die Intensivbetten sind landesweit zu 7,8 Prozent mit Coronapatienten belegt (Warnstufe 1 wie bisher bei > 5 Prozent). Eine Warnstufe wird ausgerufen, wenn die Hospitalisierung und eine der beiden weiteren Indikatoren (kreisweite 7-Tage-Inzidenz und landesweite Intensivbettenbelegung) über dem Warnwert liegen. (ows) 

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