Zuschüsse in Millionen-Höhe möglich

Landkreis hat EU-Programm "Leader" im Visier

Deckblatt: Das Konzept fürs Harzweserland. Foto: Gödecke

Northeim. Der Landkreis Northeim hofft, mit einem neuen Regionalen Entwicklungskonzept (REK) erneut in das Leader-Programm der Europäischen Union 2014 bis 2020 aufgenommen zu werden.

Sollte das Land die Aufnahme bewilligen, könnten Zuschüsse in Millionen-Höhe zur Förderung von Projekten zur Stärkung des ländlichen Raums ins Kreisgebiet fließen.

Das Konzept Titel „Handeln für den Wandel“, das lokale Arbeitsgruppen in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Koris aus Hannover ausgearbeitet haben, wurde am Mittwoch im Kreis-Wirtschaftsausschuss vorgestellt. Ins Rennen um die Förderbeträge der EU geht der Landkreis allerdings nicht unter eigenem Namen, sondern - dem Regions-Fördergedanken der EU entsprechend - unter der Bezeichnung „Harzweserland“. Das Konzept ist beim Amt für regionale Entwicklung Göttingen bereits eingereicht. Eine Entscheidung seitens des Landes, ob die Region Harzweserland künftig als Leader-Region agieren darf, wird im Mai 2015 erwartet.

Fünf Leit-Projekte

Im Konzept gibt es fünf Leitprojekte, die in der Region mit dem erhofften Leader-Geld als überkommunale Netzwerke umgesetzt werden sollen:

• das „Mobilitäts-Netz- Grundversorgung“. Beispiele: Aufbau einer barrierefreien Internetplattform, die Entwicklung eines Elektrobus-Pilotprojekts, E-Ladesäulen an 100 Orten, Car-Sharing-Modell-Aufbau, Initiierung eines Direktvermarkterzentrums in einem Leerstand, Leerstände für neue Wohnformen nutzen und Entwicklung einer Strategie zum Anwerben von Landärzten.

• das „Tourismus-Netz Harzweserland“. Beispiele sind der Ausbau eines Beschilderungs-Systems für Sehenswürdigkeiten, der Ausbau der Lebensmittel-Regionalmarke „Echt! Solling-Vogler-Region“, der Aufbau und Vermarktung von Themen-Radwegen und -Routen (auch Kanu-Touren) und bessere Verknüpfung von Bahn und Fahrrad.

• „Grünes Netz: Landwirtschaft - Naturschutz - Landschaft“. Denkbar sind der Aufbau eines verbundenen Netzes mit ökologischen Vorrangflächen, die die Landwirte ab diesem Jahr zwangsweise ausweisen müssen (Greening-Netzwerk), anschließend auch touristische Vermarktung desselben zum Beispiel durch die entstehenden Blühstreifen.

• „Wärme-Netz regenerativ“. Förderung des Aufbaus weiterer örtlicher Nahwärmenetze mit regenerativen Heizmaterialien, auch Blockheizkraftwerke, Pilot-Orte dafür finden.

• „Arbeitsmarkt-Netz Harzweserland“. Nicht nur Fachkräfte sollen gebunden und Jugendliche hier gehalten werden, sondern die stille Arbeitsplatzreserve wie Schulabbrecher, Berufsrückkehrerinnen, Senioren und Menschen mit Behinderungen durch Fortbildungkurse mehr aktiviert werden. Angedacht ist auch der Aufbau eines Berufsorientierungszentrums in Kooperation mit Schulen und Unternehmen sowie eine Unternehmens-Nachfolger-Börse.

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