Integration kommt langsam voran

225 Flüchtlinge im Kreis Northeim haben einen Job gefunden

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Northeim. 225 Asylbewerber im Kreis Northeim hatten Anfang 2018 einen Job auf dem Arbeitsmarkt. Über 600 sind aber noch als arbeitslos gemeldet.   

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Süd-Ostniedersachsen nimmt die Zahl derer, die eine Stelle gefunden haben,  zum Anlass, von einer Integration per Job zu sprechen.

Die Zahl, die sich auf Menschen aus den acht wichtigsten Flüchtlings-Herkunftsländern, darunter Syrien, Afghanistan und der Irak, bezieht, zeige, dass ein großer Teil der Menschen, die seit 2015 in den Landkreis gekommen sind, im Berufsleben Fuß fassen konnten.

Ende 2015 zählte die Arbeitsagentur im Kreis Northeim nach Angaben ihrer Sprecherin Christine Gudd lediglich 76 Beschäftigte aus den acht wichtigsten Herkunftsländern von Flüchtlingen. Die Zahl vom Jahresanfang bedeute also eine Verdreifachung. Einschränkend zu bedenken sei jedoch, dass von den 225 Personen nur 176 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte waren, 49 hätten Minijobs ausgeübt.

Insgesamt seien aktuell 633 Geflüchtete mit Aufenthaltserlaubnis oder Duldung bei der Agentur oder dem Jobcenter als arbeitssuchend gemeldet, betont Gudd. Etwa 800 befänden sich kreisweit in Integrations- oder Sprachkursen, über die Hälfte davon erhalte bereits Arbeitslosengeld, meist Hartz-IV.

Von den Flüchtlingen, die einen Job gefunden hätten, seien viele in Helfertätigkeiten eingesetzt, branchenübergreifend, darunter in der Industrie, der Pflege oder auch im Gastgewerbe, betont Gudd.

Es bestehe noch viel Potenzial, mit Zugewanderten den Fachkräftemangel zu mindern, sagt NGG-Geschäftsführer Manfred Tesssman. Wichtig sei aber, dass Flüchtlinge ins duale Ausbildungssystem kämen. Laut Statistik waren Anfang des Jahres im Kreis Northeim nur 38 Azubis mit Fluchthintergrund gemeldet. Politik und Betriebe seien gefragt, mehr zu tun. Tessmann: „Und es darf nicht sein, dass Flüchtlinge, die im Betrieb engagiert sind und gut Deutsch sprechen, von einem Tag auf den anderen abgeschoben werden“. 

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