Angst vor Einbrüchen: Schließfächer im Kreis Northeim immer gefragter

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Blick in die Schließfachanlage der Kreis-Sparkasse Northeim in der Zentrale am Münster mit KSN-Mitarbeiterin Sandra Lübke-Oberender.

Northeim. Immer mehr Wohnungseinbrüche und kaum noch Zinsen für Geld auf dem Sparbuch: Die Nachfrage nach Bankschließfächern ist rapide angestiegen - auch im Kreis Northeim.

Auch bei den Geldinstituten im Kreis Northeim sind die Fächer heiß begehrt. Trotzdem: Es gibt noch welche.

„Vor dem Hintergrund zunehmender Einbrüche durch die Zunahme organisierter Kriminalität ist das Bewusstsein vieler Kunden gestiegen, Wertgegenstände und Dokumente im Schließfach sicher zu verwahren“, sagt Gernot Bollerhei, Marketingchef bei der Kreis-Sparkasse Northeim. (KSN).

Er nennt noch einen weiteren Grund für den Trend: „Gold und andere Edelmetalle als Geldanlage werden immer beliebter.“ Dies führe zu einer spürbaren Belebung der Nachfrage nach Mietschließfächern, von denen die KSN in ihren Filialen kreisweit etwa 4000 Stück anbiete. Etwa Dreiviertel davon seien vermietet. Preis je nach Größe des Faches: ab 36 Euro im Jahr.

Nachfrage stark gestiegen

„Die Nachfrage ist in den letzten Monaten stark gestiegen“, bestätigt auch Peter Mühlhaus, Marketing-Leiter der Volksbank Göttingen. Viele Bürger seien durch den starken Anstieg der Einbruchszahlen deutschlandweit vor allem im Jahr 2015 verunsichert, fährt er fort. „Da legt man Wertgegenstände lieber ins Schließfach.“

Das günstigste Fach mit einer Höhe von fünf Zentimetern koste bei der Volksbank Göttingen pro Jahr 35 Euro. „Allerdings gibt es davon kaum noch freie, in anderen Größen – ab zehn bis 45 Zentimeter – allerdings schon.“ Der Preis steige dann bis 150 Euro pro Jahr. In der Filiale in Northeim seien zwei Drittel der dort vorhandenen 375 Schließfächer belegt, in Nörten-Hardenberg von den dort vorhandenen 140 Fächern sogar 85 Prozent.

Hauptgrund sind mehr Einbrüche

Für die Pressesprecher der Geldinstitute im Kreis Northeim sind die steigenden Einbruchszahlen der Hauptgrund dafür, dass Nachfrage nach Bank-Schließfächern wächst.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche war vor allem im Jahr 2015 rapide angestiegen. Bundesweit vermeldete die Polizei eine Zunahme von zehn Prozent. Im Bereich der Polizeiinspektion Northeim-Osterode lag der Anstieg seinerzeit sogar bei über 30 Prozent. Wies die Statistik für die beiden Landkreise Northeim und Osterode im Jahr 2014 noch 187 Wohnungseinbrüche auf, so waren es 2015 schon 247.

Zahlen für das abgelaufene Jahr liegen noch nicht vor. Vorliegende Halbjahreswerte für den Landkreis Northeim lassen aber befürchten, dass die Einbrecher auch 2016 um die Region zwischen Harz und Weser keinen Bogen gemacht haben. So waren bis Ende Juni vergangenen Jahres allein im Kreis Northeim 87 Wohnungseinbrüche zu verzeichnen, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 88.

„Die Angst vor Einbrüchen ist insbesondere während der Urlaubszeit groß,“, sagt Cornelia Kurth-Scharf, Leiterin der Marketingabteilung der Volksbank-Mitte. Die Bank biete für ihre Kunden und Mitglieder in ihrer Filiale in Northeim 238 Schließfächer und in der Filiale in Katlenburg 250 Fächer an. Über die Hälfte sei vermietet, die Nachfrage steige.

Die Volksbank Solling bietet in neun von zehn Geschäftsstellen Bankschließfächer an. In der Hauptgeschäftsstelle in Uslar sei darüber hinaus eine allzeit verfügbar Schließanlage installiert, die rund um die Uhr mit der Bank-Card und einer PIN-Nummer für die Kunden zugänglich sei. „Die Auslastung ist gut bis sehr gut“, sagt Sprecherin Rosemarie Bertram auf HNA-Nachfrage. In den vergangenen Monaten sei die Nachfrage immer größer geworden.

Auch die Kreis-Sparkasse Northeim (KSN) bietet laut Sprecher Gernot Bollerhei allzeit verfügbare Schließfächer an, die es Kunden ermöglichen, auch außerhalb von Öffnungszeiten ihr Schließfach rund um die Uhr zu nutzen. Diese gibt es in der KSN-Filiale an der Göttinger Straße und in der KSN-Station Am Sultmer.

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