Bürgerinitiative: Korrosionsschäden an Masten

Angst vor großem Stromausfall im Landkreis Northeim

Northeim. Die Stromversorgung in weiten Teilen des Landkreis Northeim ist nach Ansicht der Bürgerinitiativen für die Erdverkabelung der 380-kV-Leitung in Gefahr.

Grund sei der schlechte Zustand der 220-kV-Leitung, mit der über die Umspannwerke Hardegsen und Godenau bei Alfeld die 110-kV-Ringleitung gespeist werde, die unter anderem das Gebiet zwischen Bad Gandersheim und Hardegsen, Einbeck und Kalefeld mit Strom versorge.

Die Bürgerinitiativen (BI) Erzhausen, Gandersheim /Kreiensen, Südkreis (Lamspringe) und der Verein Bürger pro Erdkabel Harzvorland befürchten, dass bei einer Havarie der 220-kV-Leitung zwischen Godenau und Hardegsen das gesamte Gebiet unter einem Stromausfall („Blackout“) zu leiden habe. Auch das Pumpspeicherwerk Erzhausen an der Leine müsse dann abgeschaltet werden. Vor allem der Zustand der Masten macht den BI Sorgen. An ihnen haben sie Korrosionsschäden entdeckt.

Leitung aus dem Jahr 1928 

Sie verweisen zur Begründung auf Aussagen des ehemaligen Netzbetreibers Eon. Dieser habe 2008 angekündigt, dass die Leitung, die laut der BI in Teilen aus dem Jahr 1928 stammt, mit Instandsetzungsarbeiten noch bis 2016 weiter betrieben werden könne. Mit Fertigstellung der 380-kV-Leitung, deren Bau sich allerdings verzögert hat, wird die 220-kV-Leitung überflüssig.

„Der heutige Betreiber, die Firma Tennet, hat anscheinend nicht die Absicht, in die Betriebssicherheit der bestehenden und vorerst noch erforderlichen Leitung zu investieren“, kritisieren die BI. „Obwohl Tennet bereits vor über zwei Monaten über den Zustand der Leitung und diverser Masten informiert wurde, geschieht nichts.“

Das sagt Netzbetreiber Tennet: „Die Standsicherheit der Masten ist uneingeschränkt gegeben“

Die 220-kV-Leitung Lehrte - Hardegsen werde regelmäßig gewartet, betonte Pressesprecher Mathias Fischer auf Anfrage. Das gesamte Übertragungsnetz sei so („redundant“) ausgelegt, dass, sollte tatsächlich die Stromversorgung auf dieser oder einer anderen Leitung einmal unterbrochen werden, die Versorgung in dem Gebiet trotzdem sichergestellt sei.

Tennet hat nach seinen Worten die Masten nach den Hinweisen im Mai überprüft. Ein Statiker habe die Ergebnisse bestätigt: Die Sicherheit der Leitung ist laut Tennet uneingeschränkt gegeben, „denn die (...) Korrosionserscheinungen führen zu keinen Beeinträchtigungen hinsichtlich der Standsicherheit der Masten“. Trotzdem prüfe Tennet, so der Sprecher, wie an einigen Masten Farbabplatzungen und Korrosionsschäden beseitigt werden können. Der Bau der 380-kV-Leitung soll nach seinen Worten Anfang 2017 beginnen.

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Andreas Fischer

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