Armut wächst trotz guter Wirtschaftslage

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Altersarmut ist ein wachsendes Problem: Immer mehr ältere Menschen können die Kosten für eine vollstationäre Pflege nicht aufbringen und sind auf Grundsicherung angewiesen.

Northeim. Obwohl die Arbeitslosenquote im Landkreis Northeim gegenwärtig mit 7,3 Prozent auf einem Niedrigstand liegt, wächst das Armutsproblem in der Region.

Dabei sei insbesondere das Risiko, durch Pflegebedürftigkeit in Armut abzurutschen, in den vergangenen Jahren gestiegen, erklärte Kreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer. Bei immer mehr Betroffenen reichten die Leistungen der Pflegeversicherung sowie eigenes Einkommen oder Vermögen nicht aus, um die Kosten für eine vollstationäre Pflege zu decken. Wenn Betroffene dann auf Sozialhilfe angewiesen seien, müssten sie ihr gesamtes Einkommen zur Kostendeckung einsetzen und hätten lediglich einen Barbetrag von monatlich 107,73 Euro zur persönlichen Verfügung.

Die meisten Heimbewohner, so Niemeyer, seien ihr Leben lang ohne staatliche Unterstützung ausgekommen. Erst durch ihre Pflegebedürftigkeit im Alter seien sie auf Sozialhilfe angewiesen.

Ein Blick in die Statistik verdeutlicht die Entwicklung in diesem Bereich: Die Zahl der in Pflegeeinrichtungen lebenden Personen, die zur Deckung ihrer Heimpflegekosten auf Sozialhilfesleistungen angewiesen waren, stieg von lediglich elf im Jahr 2003 auf 421 in 2013. Aktuell sind es 668 Personen.

Auch die Zahl der Personen, die nicht in Pflegeeinrichtungen leben und auf Sozialhilfe angewiesen sind, ist stark angestiegen: von 430 in 2003 auf 1339 in 2014.

Von 2007 bis 2014 sind die Gesamtausgaben des Landkreises Northeim für sämtliche Mindestsicherungsleistungen einschließlich Zahlungen für Hartz-IV-Empfänger und Sozialhilfe um etwa 4,6 Millionen Euro auf 36,9 Millionen Euro gestiegen.

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