Grundstücksmarktbericht des Katasteramtes

Baulandpreise im Landkreis Northeim stagnieren

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Begehrter Flecken Erde im Landkreis Northeim: Das neu ausgewiesene Neubaugebiet am Wieter.

Landkreis Northeim – Die Baulandpreise am Martinsgraben in Northeim gehören innerhalb des Landkreises Northeim zu den  höchsten. 

„Da das Corona-Virus alle Bereiche des Lebens erfasst hat, ist davon auszugehen, dass sich die aktuelle Situation auch auf den Immobiliensektor auswirkt“, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung zum Grundstücksmarktbericht 2020, der nun veröffentlicht wurde. Viele Mieter, Vermieter und Häuslebauer sowie die Baubranche stehen vor großen Herausforderungen. Wirtschaftsexperten diskutieren bereits darüber, ob die Corona-Pandemie zu einem Ende des Immobilien-Booms führt.

Insgesamt 9729 Vertragsvorgänge wurden im Berichtszeitraum verzeichnet, dies sind 4,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 638 verkaufte Bauplätze wurden für den individuellen Wohnungsbau registriert. Dies stellt eine Steigerung von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr dar, so die aktuellen Zahlen.

Ermittelt wurden auch die Bodenpreis-Indexreihen. Sie gelten für baureife, erschließungsbeitragsfreie Bauflächen des individuellen Wohnungsbaus. Sie sind für regional abgegrenzte Teilmärkte ermittelt worden und beziehen sich auf das Basisjahr 2010 mit Indexwert 100.

In der Stadt Göttingen sind die Werte um rund zehn Prozent höher als noch im Vorjahr, im westlichen Altkreis Göttingen ist eine Steigerung um circa 6,5 Prozent zu verzeichnen. Im übrigen Landkreis Göttingen und im Landkreis Goslar sind gegenüber dem Vorjahr ebenfalls geringfügig gestiegene Werte nachgewiesen. Im Altkreis Osterode ist das Niveau mit geringen Schwankungen seit Längerem nahezu unverändert.

In den Landkreisen Northeim und Holzminden wurde ein leichter Rückgang von unter zwei Prozent festgestellt. In einzelnen Orten sind jedoch auch steigende Preise nachgewiesen.

Die neuen Baugrundstücke am Northeimer Martinsgraben gehören zu den teuersten im Landkreis Northeim. Sie werden mit einen Bodenrichtwert von 170 Euro pro Quadratmeter aufgeführt. Deutlich günstiger sind da die noch vereinzelt verfügbaren Baugrundstücke am Galgenberg mit 92 Euro pro Quadratmeter. Große Nachfrage gab es laut Detlef Baschin von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses auch nach den Baugrundstücken in Lütgenrode, die schon fast alle verkauft seien. Ihr Wert wird mit 148 Euro pro Quadratmeter verzeichnet. 

Interessant für Hausbesitzer ist der Vergleich eines typischen Objektes in verschiedenen Lagen. Zugrunde gelegt wird ein freistehendes Ein- bis Zweifamilienhaus, Baujahr 1970, mit 160 Quadratmetern Wohnfläche und einem 800 Quadratmeter großem Grundstück. In Göttingen würde ein solches Haus 500.000 Euro kosten. In Nörten-Hardenberg wäre es 240.000 Euro wert, in Northeim 220.000 Euro, in Uslar 155.000 Euro und in Bodenfelde 120.000 Euro. Schlusslicht der Tabelle ist der Raum Bodenwerder-Bremke (Kreis Holzminden) auch nahe der Weser, wo die vergleichbare Immobilie mit 105.000 Euro bewertet wird.

Bei bebauten Grundstücken, mit Ein- und Zweifamilienhäusern, ab Baujahr 1950 (sowohl freistehend, als auch Reihenhäuser und Doppelhaushälften) ist in allen Teilbereichen des Zuständigkeitsbereichs des Gutachterausschusses ein Preisanstieg zu beobachten. Seit 2010 steigen die Preise überall. 

Auch bei den land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken ist ein weiterer Preisanstieg festzustellen. Gegenüber 2018 beträgt er sechs Prozent. Die Anzahl der Verkäufe bei den land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken ist jedoch gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent auf 942 Verträge gesunken (Vorjahr: 1022). 

Der Geldumsatz war 2019 hingegen 43 Prozent höher und betrug 38,7 Millionen Euro (Vorjahr: 27,1 Millionen). Auch der Flächenumsatz ist höher, er betrug 1630 Hektar (Vorjahr: 1539 Hektar). Der Bodenpreisindex für Ackerland ist seit 2006 kontinuierlich gestiegen.

Indexänderung gegenüber 2006 ergibt eine Steigerung von 108 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Anstieg von fünf Prozent zu beobachten. Seit elf Jahren sind auch steigende Preise für Grünland zu beobachten, und zwar gegenüber 2008 mit einem Plus von 61 Prozent.

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