Modellversuch in der Einsatzleitstelle

Bürger im Kreis Northeim sind beim Thema Notruf unsicher

Northeim. Die Menschen im Landkreis Northeim sind beim Thema Notruf verunsichert: Das ist das Zwischenergebnis eines Modellversuchs, der derzeit im Kreisgebiet läuft.

Laut Kreisverwaltung hatten demnach innerhalb von zwölf Monaten mehr als 1000 Betroffene statt der Notrufnummer 112 die Nummer des hausärztlichen Bereitschaftsdienstes (11 61 17) gewählt, obwohl die Erkrankung den Einsatz des Rettungsdienstes und in machen Fällen sogar des Notarztes erforderlich gemacht hätte. Das entspricht zwölf Prozent aller Anrufe beim Kassenärztlichen Notfalldienst. Nur zwei Prozent, 325 Anrufe, die unter dem Notruf 112 getätigt wurden, mussten laut Kreisverwaltung zurück an den Bereitschaftsdienst der Ärzte verwiesen werden.

Das jetzige Zwischenergebnis zeige, dass bei Betroffenen oder Angehörigen häufig Unsicherheit darüber bestehe, welches der richtige Weg für eine schnell und angemessene Hilfe sei, heißt es weiter.

Laut Landrätin Astrid Klinkert-Kittel empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium, dass der kassenärztliche Bereitschaftsdienst als auch der Rettungsdienst aus einer Leitstelle heraus gesteuert werden sollten. Klinkert-Kittel: „Wir stützen diese Auffassung.“ Bei dem Modellversuch landen seit fast einem Jahr alle Anrufe unter der 112 oder 11 61 17 direkt in der Einsatzleitstelle des Landkreises. Anhand eines Fragenkatalogs kann der Disponent innerhalb kürzester Zeit feststellen, welche medizinische Versorgung der Anrufer benötigt und ob ein Rettungswagen und möglicherweise ein Notarzt geschickt werden muss. Ziel des Modellversuchs ist laut Kreisverwaltung, dass in allen Fällen schnellstmöglich die erforderliche Hilfe erfolgt.

Der Modellversuch läuft noch bis Ende 2018. Dann wird entschieden, ob danach dauerhaft beide Rufnummern in der Einsatzleitstelle des Landkreises ankommen. 

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

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