Eingeschränkte Besuche in Northeimer Seniorenheimen möglich

NortheimAltenheim Innere MissionBesuch mit Scheibe und AbstandUrsula und Werner Fröchtenicht mit Pflegedienstleiterin Heidi Lilienthal
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Besuch mit Mundschutz, Abstand und einer Fensterscheibe: Ursula Fröchtenicht aus Hillerse im Gespräch mit Ehemann Werner im Alten- und Pflegeheim Innere Mission. Rechts Pflegedienstleiterin Heidi Lilienthal.

Der Wunsch von Angehörigen und Bewohnern von Seniorenheimen im Landkreis Northeim, wieder persönlichen Kontakt miteinander haben zu dürfen, ist allgegenwärtig.

Mit den Lockerungen der Vorschriften zur Eindämmung der Corona-Pandemie, die eben auch ein solches Besuchsverbot in den Einrichtungen beinhalten, ist der persönliche Kontakt in vielen Einrichtungen schon wieder möglich – allerdings mit zahlreichen Einschränkungen.

Im Northeimer Alten- und Pflegeheim Innere Mission, das aufgrund einiger Corona-Infektionen besonders hart betroffen war (HNA berichtete), fanden schon einige Kontakte zwischen Bewohnern und Angehörigen statt, wie Heimleiter Robert Wehr auf HNA-Anfrage berichtet. Dabei muss der Besucher vor dem Gebäude bleiben, der Bewohner im Gebäude.

Getrennt von einer Plexiglasscheibe kann man sich aber wenigstens unterhalten. „Wir merken zunehmend, wie sehr unsere Bewohner unter den Beschränkungen leiden“, sagt Robert Wehr. Physische Kontakte wie Umarmungen sind weiter verboten. Trotzdem sei diese Möglichkeit der Kontaktaufnahme sehr gefragt. Zwar dürfe nur ein Angehöriger für je eine halbe Stunde zu Besuch kommen, trotzdem sei das eine große Erleichterung für die Bewohner.

Mit der Genehmigung des Hygienekonzeptes durch das Gesundheitsamt stehen laut Wehr ab nächster Woche sogenannte Begegnungsorte auch in der Einrichtung zur Verfügung. „Vorausgesetzt, dass es bis dahin keine neuen Corona-Fälle in unserer Einrichtung gibt“, so der Heimleiter.

Weil aktuell alle Erkrankten wieder gesund sind, konnte auch die Quarantäneauflage, dass die Bewohner in ihren Zimmern bleiben müssen, wieder aufgehoben werden.

„Wir wissen, dass sich das schnell wieder ändern kann, darum gelten weiterhin Regeln, wie Abstand und die Pflicht zum Tragen einer Maske“, so Wehr. Ab nächste Woche sollen sich Bewohner und Angehörige dann in speziell eingerichteten Räumen im Haus treffen können.

Robert Wehr, Leiter des Alten- und Pflegeheims Innere Mission in Northeim, ist nicht nur erleichtert darüber, dass es nun wieder – wenn auch mit Auflagen – zu mehr Kontakten zwischen Bewohnern und ihren Familien kommen kann, sondern auch darüber, dass seine Einrichtung weiterhin „von außen“ unterstützt wird: „Viele Familien unserer Bewohner helfen uns, wo es nur geht. Die evangelische Kirche in Northeim schickt regelmäßig Grüße, auch von anderen Einrichtungen bekommen wir immer wieder kleine Geschenke für Bewohner und Mitarbeiter. Das ist wirklich toll“, so Wehr.

Gute Nachrichten gibt es auch aus der Seniorenresidenz Auetal Haus Herrenwiese und Haus Clausberg in Echte: Heimleiter Frank Denecke berichtet auf HNA-Anfrage, dass mit dem gerade genehmigten Hygienekonzept für seine Einrichtungen Anfang nächster Woche wieder Besuche in den Heimen stattfinden können. 

Allerdings gelten auch hier, wie in allen Einrichtungen im Landkreis, viele Vorschriften. „Wir hätten schon diese Woche loslegen können, aber uns fehlten noch einige Trennwände aus Plexiglas. Da gibt es scheinbar Lieferschwierigkeiten“, so Denecke

Die Bewohner könnten es kaum erwarten, ab Montag ihre Angehörigen wiederzusehen. Laut Denecke werden in beiden Häusern je zwei Tische mit den Maßen zwei mal einen Meter aufgestellt. Platz genommen wird jeweils am Kopfende, dazwischen steht ein sogenannter Spuckschutz. „Jeder muss sich weiterhin die Hände desinfizieren, Körperkontakt ist verboten, auch Essen oder Getränke dürfen Angehörige nicht mitbringen“, so Denecke. Anmeldungen zum Besuch müssen vorher telefonisch erfolgen.

Das Seniorenheim Emmermann in Volpriehausen hat bereits wenige Tage nach Inkrafttreten des Besuchsverbots reagiert, damit die Bewohner Kontakt zu ihren Angehörigen halten können, und zwar per Videotelefonie im Internet.

Darüber hinaus nutze das Seniorenheim nach Angaben von Sylvia Emmermann von der Heimleitung die Möglichkeiten der großzügigen Anlage: Die Bewohner treffen sich draußen mit Angehörigen, die auf der anderen Seite des Zauns stehen – natürlich mit dem nötigen Abstand. Inzwischen sei auch das Hygienekonzept der Einrichtung genehmigt worden.

Im Haus gibt es laut Sylvia Emmermann einen separaten Eingang und Räume mit Trennwänden. Alles werde mit dem Landkreis am 25. Mai abgestimmt. Besuchsräume gibt es auf allen acht Stationen des Heims, Kontaktstelle ist die Verwaltung, über die man sich telefonisch anmelden muss. 

Sylvia Emmermann betont, dass sie die Bewohner der Einrichtung regelmäßig über den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Corona und Besuchsmöglichkeiten informiere. Auf jeden Fall freuen sich Bewohner und Mitarbeiter, dass Besuche jetzt wieder möglich sind.

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