Luchse fühlen sich heimisch

Ansiedelung eine Erfolgsgeschichte: Luchse im Westerhöfer Wald

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In die Fotofalle getappt: Luchsin mit Nachwuchs im Westerhöfer Wald.

Die Wiederansiedlung des Luchses entwickelt sich zu einer Erfolgsgeschichte: Immer mehr Luchse siedeln sich in Waldgebieten außerhalb des Harzes an – so auch im Westerhöfer Wald.

Das zeigen zwei neue Fotofallen-Projekte der Nationalparkverwaltung Harz. Um weitere Daten über die Verbreitung der Luchse zu gewinnen, hatten die Experten in diesem Frühjahr in zwei Waldgebieten im westlichen Harzvorland – dem Westerhöfer Wald und dem weiter nördlich gelegenen Höhenzug Hainberg/Appelhorn – an mehreren Standorten Kameras installiert.

Die Auswertung der Aufnahmen ergab, dass in diesen Wäldern nicht nur mehrere ausgewachsene Pinselohren umherstreifen, sondern dass diese sich auch vermehrt haben. In beiden Waldgebieten, die sich auf die Kreise Northeim, Göttingen, Goslar und Hildesheim erstrecken, liefen Luchsweibchen mit mehreren Jungtieren vor die Kamera.

Dass es in beiden Untersuchungsgebieten Luchs-Nachwuchs gab, wussten die Experten bereits seit dem vergangenen Jahr. Bislang waren es jedoch immer Zufallsbeobachtungen gewesen. Mit Hilfe der Fotofallen konnten die Forscher diese Reproduktionsnachweise nun bestätigen und zudem sowohl die ausgewachsenen Tiere als auch die Jungtiere anhand der Fellzeichnung identifizieren.

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Für das Luchsmonitoring seien solche Reproduktionsnachweise besonders wichtig, sagt Lilli Middelhoff, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Harzer Luchsprojekts.

Die größte Luchsfamilie wurde im Westerhöfer Wald nachgewiesen. Die Forscher hatten dort an insgesamt fünf Standorten Fotofallen aufgestellt:

  • zwischen Marke und Lagershausen,
  • westlich von Nienstedt,
  • nördlich von Gittelde sowie
  • nahe der Ortschaften Willensen und Willershausen.

Raubkatzen sind umtriebig

Anhand der Aufnahmen konnten die Forscher des Harzer Luchsprojektes im Westerhöfer Wald drei ausgewachsene Luchse identifizieren, zwei männliche Tiere und ein Weibchen. Die Luchsin führte im März und April drei Jungtiere mit sich, die 2018 geboren wurden. 

An den beiden südlichen Kamerastandorten lief außerdem ein weiterer junger Luchs vor die Kameras. Ob dieser ebenfalls zu der Luchsfamilie gehört, sei allerdings unklar, da das Jungtier nie gemeinsam mit der Luchsin nachgewiesen worden sei, sagt Middelhoff. 

Während die Luchsin mit ihrem Nachwuchs nur im nördlichen Bereich des Westerhöfer Waldes fotografiert wurde, waren die beiden Luchsmännchen an sämtlichen Kamerastandorten unterwegs. Einer der beiden Kuder war besonders umtriebig: Dieses Luchsmännchen streifte nicht nur durch den gesamten Westerhöfer Wald, sondern tauchte auch auf Aufnahmen aus dem östlich von Bockenem gelegenen zweiten Untersuchungsgebiet Hainberg/Apeldorn auf. Hier war das Fotomonitoring vor allem deshalb besonders spannend, weil ein Zipfel dieses Waldgebietes auf der anderen Seite der Autobahn 7 liegt. 

Insgesamt ließen sich anhand der Aufnahmen dort zwei männliche Luchse sowie ein Weibchen mit zwei Jungtieren nachweisen. Da alle drei ausgewachsenen Luchse sowohl westlich als auch östlich der A 7 fotografiert wurden, müssen sie es also irgendwie geschafft haben, die gefährliche Straße zu überqueren.

Luchsexpertin Lilli Middelhoff vermutet, dass sie die Grünbrücke zwischen Baddeckenstedt und Bockenem benutzt haben. Dass Luchse diese Grünbrücke nutzen, sei auch durch Aufnahmen der dort installierten Kameras dokumentiert.

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