Pro Jahr absolvieren 50 Männer und Frauen Jägerprüfung

Genügend Nachwuchs: Jagen wird im Kreis Northeim zum Trend

Northeim. Nachwuchsprobleme haben die Jägerschaften des Landkreises Northeim nicht: Etwa 50 angehende Jäger machen jährlich ihren Jagdschein.

„Der Trend ist sogar steigend“, sagt Ralf-Günther Rahnert, Vorsitzender der Jägerschaft Northeim. Ein Fünftel der Jagdscheinanwärter sind dabei Frauen.

„Die positive Auseinandersetzung mit der Natur ist bei vielen Menschen in den vergangenen Jahren größer geworden – sowohl bei Frauen als auch bei Männern“, sagt Rahnert. Außerdem spiele das Bewusstsein für qualitatives Fleisch eine große Rolle für das steigende Interesse an der Jagd, ergänzt Kreisjägermeister Dietmar Grüning: „Hochwertigere Nahrung gibt es eigentlich nicht.“ Der Frauenanteil sei erst vor wenigen Jahren so deutlich gestiegen: „Von insgesamt knapp 1000 aktiven Jägern – Ältere inbegriffen – sind nur zehn Prozent weiblich.“

Aber nicht nur für den Fleischerwerb, sondern auch im Sinne des Naturschutzes ist das Jagen laut Grüning unverzichtbar: „Es ist ein Trugschluss, dass sich der Kreislauf in der Natur noch von allein regelt.“

Waschbären beispielsweise seien eine Plage, die es insbesondere heimischen Tieren wie dem Rotwild, dem Schwarzwild und den Hasen schwer mache, zu überleben.

Während der Nachwuchs den Jägerschaften keine Sorgen macht, ist es laut Grüning ein viel größeres Problem, Jagdpächter zu finden: „Wenn ein Jäger für ein Revier zuständig ist, bedeutet das auch, dass er für Wildschäden aufkommen muss.“ Machen sich Wildschweine über das Maisfeld eines Bauern her, könne es dazu kommen, dass der Jagdpächter teilweise zahlen muss. Eine bestimmte Summe übernehme in der Regel die jeweilige Jagdgenossenschaft.

Derzeit gibt es im Kreis Northeim etwa 300 Jagdpächter. „Oft werden Pachtverträge über Generationen hinweg weitergegeben – Nachwuchs ist also auf allen Ebenen wichtig“, sagt Grüning. 

Rubriklistenbild: © picture alliance / Sebastian Kah

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