Oberschulen und Gesamtschulen profitieren

Gymnasien im Landkreis Northeim geben Lehrer an andere Schulen ab

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Das Northeimer Gymnasium Corvinianum.

Northeim / Uslar. Gymnasiallehrkräfte, die an andere Schulen abgeordnet werden – auch im Landkreis Northeim kommt dies vor.

„Wir haben vergangenes Jahr eine Lehrerin eingestellt, die aktuell an der Oberschule in Bad Gandersheim unterrichtet“, teilte Christoph Döngens, Schulleiter des Northeimer Gymnasiums Corvinianum mit.

Denn die Einstellung einer weiteren Kollegin habe überhaupt nur geklappt, weil „die freie Stelle vom Topf für Oberschullehrer in den Topf für Gymnasiallehrer gewandert ist“, erklärt Döngens. Ab dem Schuljahr 2020 werde die Kollegin aus Bad Gandersheim zurückkehren ans Northeimer Corvi, weil dann dort wieder mehr Lehrkräfte benötigt werden. Diese Abordnung sei für beide Seiten etwas Positives.

Das Gymnasium Uslar ordnet im neuen Schuljahr ebenfalls Lehrer im Umfang von 60 Stunden in der Woche ab, berichtet Schulleiter Dietmar Wagener. Das teilen sich insgesamt fünf Lehrer auf. Auch habe er kein Problem gehabt, Lehrer dafür zu finden. Einer habe sich ganz abordnen lassen, den Rest teilen sich vier Lehrer auf.

Das Uslarer Gymnasium habe tatsächlich einen Überhang an Lehrern. Das sie darauf zurückzuführen, dass die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur auf zwölf Jahre wieder aufgehoben worden sei und deshalb bald wieder mehr Lehrer benötigt werden. „Nutznießer“ dieser Abordnung ist in diesem Fall die Kooperative Gesamtschule (KGS) Moringen. Uslars Schulleiter Wagner sprach von einer guten Kooperation mit der KGS.

Diese werde im aktuellen Schuljahr mit einer Stundenzahl unterstützt, die gut drei Lehrerstellen entspräche, erklärte Schulleiter Markus Hohmeister. Abordnen müsse man hingegen niemanden. „Die Lehrkräfte, die wir bekommen, werden in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt und haben großes Interesse daran, noch einmal eine neue Schulform kennenzulernen“, schilderte Hohmeister seine Erfahrungen. 

Kilian Müller, seit August neuer Schulleiter des Roswitha-Gymnasiums in Bad Gandersheim, wurde zum Dienstbeginn direkt vor eine Herausforderung gestellt. „Wir haben 74 Stunden abgeordnet“, sagt Müller, fünf bekomme die Schule zugeordnet. „Das ist eine organisatorische Herausforderung, aber ich habe vollstes Verständnis für die Schulen, in denen es Engpässe gibt“, betonte Müller. Hier helfe man kollegial aus. Die Stunden gehen an die Oberschule Seesen sowie an die IGS in Einbeck. Unterrichtsausfälle gebe es am Roswitha-Gymnasium nicht und „die Behörde war sehr nachsichtig bei der Abordnung“. Das Gymnasium Goetheschule in Einbeck ist nach eigenen Angaben von Lehrer-Abordnungen an andere Schule nicht betroffen.

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