Handzahmes Lamm aus Stall verschwunden

Zwilling verzweifelt gesucht: Dominik Hagedorn mit Schwester und Mutter des verschwundenen Lämmchens. Foto:  Lawrenz

Sudershausen. Dominik Hagedorn aus Sudershausen vermisst seit ein paar Tagen sein sogenanntes Flaschenlamm. War ein Dieb am Werk?

Dominik Hagedorn ist verzweifelt. Seit Freitagfrüh fehlt ihm ein Lämmchen in der Herde. Fünf Wochen lang haben sich seine Lebensgefährtin Leonie Melching und er um das kleine Tier gekümmert. Gemeinsam haben sie den Lammbock mit der Flasche aufgezogen. „Es war ein Zwillings-Lamm“, erklärt Hagedorn. Von der Mutter sei es aber nicht angenommen worden.

Anfangs mussten die beiden dem Kleinen alle drei Stunden die Flasche geben. Weil das Tier so gut zunahm, konnten sie die Zeiten erst auf vier, dann auf fünf Stunden verlängern. Mittlerweile waren sie bei Intervallen von sechs Stunden zwischen den Futterzeiten angekommen.

Das Lamm akzeptierte Hagedorn und Melching als Mutterersatz und wurde sehr zutraulich zu Menschen. Darum habe es sich wohl leicht packen lassen, vermuten die traurigen Besitzer.

Denn seit Freitag wartet das Lamm nicht mehr auf sie. Morgens um 7 Uhr hat Melching bemerkt, dass ihr „Flaschenkind“ nicht mehr da ist. Obwohl sie die Stalltüren verriegelt hatten, war das Lamm nicht mehr zu finden. Dabei gebe ein fünf Wochen altes Tier nicht genug Fleisch für einen guten Lammbraten, sagen die „Ersatzeltern“ etwas ratlos.

Vor fünf Jahren hatte Hagedorn den alten Resthof in seinem Heimatdorf erworben. Für die Rasenpflege kaufte er die Schafe. Mit Ouessantschafen, das sind Bretonische Zwergschafe, wählten Melching und Hagedorn die kleinste Schafrasse Europas und eine größere Rasse-Mischung. Ein Dutzend Tiere pflegen sie mittlerweile.

Zum Schutz vor Füchsen übernachten die Ouessant-Lämmer im Stall. Auch der Mischling verbrachte seine Nächte dort. Die Türen seien immer verriegelt, versichern Melching und Hagedorn. Das Lamm konnte also nicht alleine losziehen.

„Wir haben mit allen Nachbarn gesprochen“, erzählen die verzweifelten „Schäfer“. In der Feldmark hätten sie alle Weiden inspiziert, an jedem Schuppen gehalten. Das Verschwinden des Tieres haben sie inzwischen der Polizei gemeldet.

Noch hofft das Paar, dass sich der „Schaf-Dieb“ nur einen Scherz auf ihre Kosten erlaubt hat und dass das Lamm eines Morgens wieder im Stall steht. Sie versprechen: Wer es findet und ihnen wieder zurückbringt, kann mit einem Finderlohn rechnen. Hinweise nehmen Hagedorn und Melching unter Tel. 0160/973 19 727 entgegen. (zul)

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