Hausärzte setzen auf mobile Arzthelferinnen

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Northeim. Immer mehr Allgemeinmediziner begegnen dem Ärztemangel mit einem neuen Modell: Sie setzen auf Unterstützung durch Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis, kurz Verah.

Diese entlasten den Arzt, indem sie Hausbesuche übernehmen und an seiner Stelle Patienten zu Hause versorgen. Im Kreis Northeim sind sie unter anderem im Alten Amt und in Hardegsen im Einsatz.

Die Entscheidung, gleich zwei seiner Arzthelferinnen die Fortbildung zur Versorgungsassistentin zu ermöglichen, begründet Landarzt Jörg Oberheim aus Echte vor allem mit dem sich abzeichnenden Ärztemangel auf dem Lande. Vorhandene Praxen müssten zwangsläufig mehr Patienten aufnehmen. „Gleichzeitig kommt der öffentliche Nahverkehr auf dem Lande immer mehr zum Erliegen“, fährt Oberheim fort.

Die Versorgungsassistentin ermögliche es trotzdem, Patienten zu Hause zu behandeln und so Versorgungslücken zu überbrücken. Ärzte würden von Routine-Hausbesuchen entlastet.

Gleichzeitig profitieren kranke, ältere Menschen von dem Modell der mobilen Arzthelferin: Sie müssen wegen Blutentnahme, Verbandwechsel oder Impfung nicht zwingend den Weg in die Praxis auf sich nehmen.

Allerdings übernimmt eine Verah immer nur vom Hausarzt delegierte Aufgaben, berichtet Oberheim. Eine eigene Diagnose darf sie nicht stellen. Bemerkt sie eine Verschlechterung des Zustands eines Patienten, gibt sie dies an den Arzt weiter, so dass dieser eingreifen kann. Per Handy und übermitteltem Handyfoto kann das sogar in Sekundenschnelle passieren.

Im Raum Niedersachsen haben sich bereits 312 Medizinische Fachangestellte zur Versorgungsassistentin ausbilden lassen. 220 befinden sich derzeit in der Fortbildung, teilt Uwe Köster, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung, mit.

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