Milde Winter

Höhe Schäden für Milchbauern im Kreis Northeim: Mäuse fressen Grünland kahl

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Eine Feldmaus liegt auf einem Acker.

Auch im Landkreis Northeim gibt es eine Mäuseplage wie seit Jahren nicht mehr.

Den derzeitigen Regen haben sich die Landwirte der Region sehnsüchtig gewünscht – nicht nur, um die Wasservorräte in den Böden aufzufüllen. Die feuchte Witterung könnte den Bauern auch dabei helfen, eine der heftigsten Mäuseplagen seit Jahren in den Griff zu bekommen. Mit Schnee und Frost kommen Mäuse gut klar – bei nass-kühler Witterung hingegen leiden auch Mäuse unter Infektionskrankheiten und Überpopulationen brechen zusammen.

Schuld an der Massenvermehrung von Feldmäusen sind nach Angaben des Niedersächsischen Landvolks die vergangenen beiden trockenen Jahre mit milden Wintern. Die Nagetiere richten vor allem auf Grünland erheblichen Schaden an, in dem sie die Grasnarbe zerstören. Bis zu 150 000 Hektar Wiesen und Weiden sind nach Angaben des Landvolks in Niedersachsen betroffen, vor allem im Nordwesten. Für reine Grünlandbetriebe sei das eine echte Katastrophe.

In Südniedersachsen sieht es nicht ganz so schlimm aus, auch wenn es derzeit viele Mäuse gibt, wie Landvolkvorsitzender Markus Melzer (Ahlshausen) bestätigt. „Aber das ist bei uns auch eine Frage der Bodengüte: Auf besseren Böden haben wir derzeit weniger Probleme, auf flachgründigeren Standorten scheinen die Mäusepopulationen größer zu sein“, so Melzer weiter.

Markus MelzerChef Landvolk Northeim

Die hohen Mäusebesätze hätten sich aus dem Herbst mit ins neue Jahr gezogen. Von seinen Vorstandskollegen im Landvolkverband weiß er, dass zehn bis 20 Prozent des Grünlands im Kreisgebiet Northeim betroffen sei – ärgerlich, aber keine Katastrophenstimmung wie im Norden Niedersachsens.

Dort haben die wühlenden Mäuse sich auf den Grünlandstandorten so stark vermehrt, dass sie nach Angaben des Landvolks sogar einen Totalschaden verursachen. Auf betroffenen Flächen lebten mehrere tausend Mäuse.

Die kleinen Nager fressen nicht nur das Gras, sondern auch die Wurzeln ab. Die Folge: Die Pflanzen sterben bei trockenem Wetter sofort ab. Die Wiesen und Weiden werden völlig braun und sehen aus wie eine Steppenlandschaft.

Auf den von unterirdischem Mäusefraß betroffenen Weiden wachse kein Futter mehr, heißt es vom Niedersächsischen Landvolk. Landwirte könnten als Folge im Frühjahr kein Gras für den kommenden Winter ernten und auch ihre Kühe nicht auf die Weide schicken. Für die betroffenen Tierhalter sei dies katastrophal. Die Futtervorräte für die aktuelle Winterfütterung reichten nach zwei Trockenjahren schon jetzt kaum noch aus.

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