Angeklagter ließ Schusswaffen ungesichert im Auto liegen

Verstoß gegen Waffengesetz: Jagdschulbetreiber muss Waffen abgeben

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Jagdgewehr: Dass er trotz Entzugs der Waffenbesitzkarte von seinen Waffen nicht lassen konnte, kommt einen 36-Jährigen nun teure. 

Göttingen/Northeim. Ein Betreiber einer Jagdschule im Landkreis Northeim wurde wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt.

Er muss eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 30 Euro (insgesamt 2700 Euro) zahlen. Außerdem werden seine 14 Schusswaffen, über 200 Kilo Munition sowie mehr als 12.000 Euro Bargeld eingezogen. Das ist das Ergebnis eines Prozesses vor dem Amtsgericht Göttingen.

Nach Angaben eines Justizsprechers war der 36-Jährige vor zwei Jahren ins Visier der Behörden geraten. Damals war ein Zeuge darauf aufmerksam geworden, dass in einem geparkten Wagen in Göttingen mehrere Schusswaffen ungesichert herumlagen, und hatte deshalb die Polizei verständigt. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Waffen dem 36-Jährigen gehörten, entzog ihm die Ordnungsbehörde mit sofortiger Wirkung die Waffenbesitzkarten. Außerdem forderte die zuständige Behörde seinen Jagdschein zurück, da er sich als unzuverlässig erwiesen habe. Dieser Aufforderung kam der 36-Jährige allerdings nicht nach, sondern gab an, dass er den Jagdschein verloren habe.

Dies machte die Behörden stutzig. Den Ermittlungen zufolge ließ der Angeklagte, der selbst keine Waffen mehr besitzen durfte, seine Waffen auf einen Jagdgenossen überschreiben. Dieser soll jedoch nur als Strohmann fungiert haben. Tatsächlich soll der 36-Jährige die Waffen für sich behalten und für die Schießausbildung seiner Kursteilnehmer genutzt haben. Außerdem soll er sich verbotenerweise weitere Waffen beschafft haben, indem er in einem Spezialgeschäft für Jagdzubehör in Kassel seinen angeblich verloren gegangenen Jagdschein vorlegte und damit zwei weitere Flinten erwarb. Bei einer Durchsuchung der Jagdschule stellte die Polizei dann mehr als ein Dutzend Waffen sowie rund 12 000 Euro Bargeld sicher, die er von den Teilnehmern als Kursgebühren kassiert hatte.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft verhängte das Amtsgericht Göttingen daraufhin einen Strafbefehl über 90 Tagessätze. Da der 36-Jährige dagegen Einspruch einlegte, musste sich das Gericht Göttingen nun in mündlicher Verhandlung mit dem Fall befassen. Zu einem Urteil kam es allerdings nicht: Nachdem der Richter dem Angeklagten unmissverständlich klar gemacht hatte, dass er mit keiner Strafmilderung rechnen könne, nahm dieser seinen Einspruch zurück. Damit ist der Strafbefehl rechtskräftig. 

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