Teilhabechancengesetz in Kraft

Jobcenter Northeim bietet  Sprungbrett für Langzeitarbeitslose

+
Eine Mitarbeiterin bedient eine Maschine in der Produktion eines Wäscheherstellers. 

Northeim. Das Jobcenter im Landkreis Northeim möchte in diesem Jahr mindestens 100 Langzeitarbeitslose wieder in Arbeit bringen. Betrieben wird der Lohn komplett ersetzt.  

Seit 1. Januar ist es in Kraft, das Teilhabechancengesetz der Bundesregierung. Es soll Langzeitarbeitslose in Arbeit bringen. Firmen und Behörden winken Lohnzuschüsse von bis zu 100 Prozent. Das Jobcenter im Kreis Northeim wirbt seit Wochen bei Firmen und Behörden dafür und hat Erfolg.

Das Förderprogramm erinnert auf den ersten Blick an die 2012 ausgelaufene ABM-Förderung (ABM=Arbeitsbeschaffungsmaßnahme). Das neue Gesetz biete aber viel mehr, betont Stefan Schäfer, Geschäftsführer des Jobcenters im Landkreis Northeim.

Schließlich gebe es in den ersten zwei Jahren 100 Prozent Lohnkostenzuschuss sowie in den Folgejahren noch die Übernahme des Tariflohns von 90, 80 und 70 Prozent bei Einstellung eines Arbeitslosen, der über sechs Jahre Leistungen bezog. Auch die Einschränkung, dass nur Stellen gefördert werden, die zusätzlich und von öffentlichem Interesse sind, falle weg. Die ABM-Förderung war früher auch nur auf ein Jahr angelegt.

Auch für die Wiedereingliederung von Menschen nach nur zweijähriger Arbeitslosigkeit gibt es eine neue Förderung: 75 Prozent der Lohnkosten im ersten und 50 Prozent im zweiten Jahr.

Schäfer: „Für Betriebe besteht damit fast kein Risiko, denn es gibt auch keine Nachbeschäftigungspflicht.“

Insgesamt hat das Jobcenter über 3000 Firmen im Landkreis angeschrieben. Schäfer hat alle Bürgermeister der Städte und Gemeinden im Kreis besucht, um zu werben. „Es müssen nur Ideen her, dann finden wir auch Personal und fördern.“ Auch ein Coaching der Neueingestellten werde vom Jobcenter gemanagt und bezahlt.

Die Stadt Northeim, so Bürgermeister Simon Hartmann, wolle bis zu fünf Personen neu einstellen. 15 weitere Anfragen aus anderen Betrieben liegen dem Jobcenter schon vor. 

Der Stadt Northeim schwebt vor, schon in Kürze mit drei bis fünf Leuten zu beginnen. Aufgaben werden in der Verwaltung im Registratur- und Archivbereich, beispielsweise „ein(e) Stadtkümmerer/in“ im neuen Bürgerbüro am Münsterplatz und bei den Technischen Diensten in der Grünpflege sein.

 Die Stadt habe als Kommune auch eine soziale Verpflichtung, deshalb unterstütze man gern das Jobcenter in seinen Bemühungen, dass lange vom Arbeitsmarkt abgehängte Menschen wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen, sagte Hartmann.

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, allein in diesem Jahr mindestens 100 Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Wir sind zuversichtlich, dass wir das auch schaffen“, betonte Stefan Schäfer, der Chef des Jobcenters im Kreis Northeim. So eingespartes Arbeitslosengeld, könne das Jobcenter vor Ort sogar selbst für weitere Förderungen verwenden.

 Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, zumal es neben den mehrjährigen hohen Lohnkostenzuschüssen an die Firmen auch noch einen Weiterbildungszuschuss von bis zu 3000 Euro pro Nase gibt, sodass Betriebe und Behörden ihre neuen Mitarbeiter auch schulen lassen können.

Jetzt seien Betriebe gefragt Ideen zu entwickeln, wo noch Mitarbeiter eingesetzt werden können, so Schäfer weiter. 

Ausgewählt werden die infrage kommenden Personen aus dem Kreis der Langzeitarbeitslosen vom Jobcenter. Stefan Schäfer: „Personalvorschläge der Firmen werden wir natürlich prüfen und, wenn die Voraussetzungen vorliegen, berücksichtigen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.