Kinder sagen seltener „Ja“ zur Kirche

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Northeim. Der demografische Wandel trifft auch die Kirchen im Kreis Northeim. Die Konfirmandenzahl ist seit 2006 um über 20 Prozent gesunken. Hier lesen Sie, warum.

Das ist deutlich mehr als der Einwohnerrückgang im Landkreis (-8,1 Prozent) und auch als der Schwund an Kirchenmitgliedern (-13 Prozent).

Wurden im Kirchenkreis Leine-Solling 2006 nach Angaben der Northeimer Superintendentur noch 763 Mädchen und Jungen konfirmiert, so waren es vor einem Jahr nur noch 605. Und der abnehmende Trend setzt sich fort, wie die Zahlen einzelner Gemeinden von diesem Jahr beweisen. So sanken die Konfirmandenzahlen in Northeim (Sixti, Corvinus, Apostel) von 68 im Vorjahr auf aktuell auf 53 (2006: 100), in der der acht Gemeinden zählenden Trinitatis-Gemeinde Leine-Weper von 55 auf 42 (2006: 73), in Einbeck von 78 auf 65 (2006: 110) und in Hardegsen von 18 auf 16 (2006: 31). Eine Ausnahme bildet dieses Jahr die Kernstadt Uslar, wo mit 42 Konfirmanden einer mehr eingesegnet wird als 2014 (2006: 67).

Zwei Gründe ausschlaggebend

Für Vize-Superintendent Bernd Ranke gibt es für den Rückgang zwei Gründe: Zum einen eben den Bevölkerungsschwund, zum anderen die sich ändernde Struktur der Einwohnerschaft besonders in den Städten. In der Stadt gebe es immer weniger Familien. Zudem habe sich hier die Bevölkerungszusammensetzung mehr verändert, als auf dem Dorf. Es gebe mehr Menschen mit Migrationshintergrund und diese hätten andere Glaubensrichtungen oder gehörten anderen Konfessionen an.

Nicht ganz so dramatisch scheint die Situation in der katholischen Kirche. In der katholischen Gemeinde Northeim mit Moringen und Kalefeld zum Beispiel gibt es dieses Jahr 20 Erstkommunionen. Das sind zwar sieben weniger als 2014, laut Pastoralreferent Johannes Honert gebe es Schwankungen jedoch seit Jahren. So habe es vor zwei Jahren einen Sprung von 21 auf 30 Erstkommunionskinder gegeben.

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