Auch Retter wurden schon vergiftet

Kohlenmonoxid ist auch eine Gefahr für Feuerwehrkräfte im Kreis Northeim

Northeim. Kohlenmonoxid - immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen mit dem Gas, auf das sich auch die Rettungskräfte im Kreis Northeim eingestellt haben.

Acht Frauen sind vor knapp einer Woche in Schwaben durch Kohlenmonoxid bei einer Grillparty vergiftet worden. Einen ähnlichen Fall gab es wenige Tage zuvor in Bremen.

Kohlenmonoxid entsteht bei Verbrennungen, unter anderem dann, wenn wie im Bremer Fall in Innenräumen gegrillt wird, oder aber bei defekten Gasthermen. „Das ist eine tödliche Gefahr“, warnt Kreisbrandmeister Bernd Kühle.

Kohlenmonoxidwarner schützen bei Einsätzen

Diese Gefahr nehmen die Rettungsdienste im Landkreis sehr ernst, wie Bodo Lenkewitz, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes, im Gespräch mit der HNA berichtet. Seit gut drei Jahren sind alle Rettungswagen- und Notarztbesatzungen mit sogenannten Kohlenmonoxid-Warnern ausgerüstet. „Sie schreien los, wenn das Gas auch in geringen Dosen festgestellt wird“, erklärt Lenkewitz. Bereits wenige Atemzüge können ausreichen, um bewusstlos zu werden oder zu sterben. Dreimal haben die Geräte in den vergangenen drei Jahren bei Einsätzen ausgelöst, bei denen zunächst nicht mit einer CO-Gefahr gerechnet wurde. Einmal hatte die Rettungswagenbesatzung kein solches Gerät dabei – erst durch einen CO-Warner des Notarztes wurde die Gefahr letztlich erkannt und das Personal zur Untersuchung und Behandlung einer leichten CO-Vergiftung außer Dienst gestellt.

Laut Kreisbrandmeister Bernd Kühle geht die Feuerwehr unter anderem in der Kreisstadt Northeim bei unklaren Lagen wie einer Türöffnung immer mit CO-Warnern vor, um die Gefahr rechtzeitig zu erkennen. Häufig stehe das gefährliche Gas in Zusammenhang mit Suizidversuchen – bei solchen Einsätzen werde deshalb unter anderem Atemschutz getragen, um eine Gefahr für die Retter zu minimieren.

Leichtsinn kann tödlich enden

Kreisbrandmeister Bernd Kühle und Bodo Lenkewitz, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes, warnen davor, bei schlechtem Wetter mit dem Grill in Innenräume auszuweichen. Außerdem sollten Heizungsanlagen regelmäßig nach Herstellervorgaben gewartet werden, um einen Austritt von Kohlenmonoxid ausschließen zu können.

Laut Kühle sollte überall dort, wo mit offenem Feuer gearbeitet wird, etwa in Wohnmobilen mit Campingkochern oder Küchen mit Gasherden, ein Kohlenmonoxidwarner installiert werden. Auch bei Öfen solle man auf eine vollständige Verbrennung und einwandfreien Rauchabzug durch den Schornstein achten.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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