Weiter Appetit auf Wurst

Krebsstudie: Fleischer-Innung befürchtet nur kurzfristigen Umsatzeinbruch

Sie werben weiter für Fleisch- und Wurstwaren: Fachverkäuferin Elke Fetter und Fleischermeister Dirk Petersen in der Schlachterei Hartwiger & Petersen in Uslar. Foto: Dumnitz

Northeim. Als „total übertrieben“ bezeichnet der Obermeister der Fleischerinnung Northeim-Einbeck, Theodor Petersen (Uslar), die Berichterstattung über die am Montag vorgestellte Studie der Weltgesundheitsorganisation, wonach der Verzehr von viel Wurst das Risiko erhöht, Darmkrebs zu bekommen.

Der Obermeister verweist darauf, dass es gerade Fleisch und Wurst seien, die wie kein anderes Lebensmittel dem menschlichen Organismus wertvolle Stoffe wie die B-Vitamine oder Eisen zuführten. Petersen: „Nur durch Fleisch ist der Mensch das geworden, was er heute ist.“

Natürlich sei ein übermäßiger Fleischkonsum nicht das, was Mediziner und Ernährungswissenschaftler empfehlen, fährt Peters fort. Dies sei aber bei allen Lebensmitteln und auch bei veganer Ernährung so: „Eine ausgewogene Ernährung ist das Beste und da gehört auch Fleisch dazu“, fährt der Obermeister fort.

Bislang kaum Reaktionen

In seiner Fleischerei Hartwiger & Petersen in Uslar habe es am Dienstag keine großen Reaktionen der Kunden auf die Veröffentlichung des WHO-Berichts über krebsfördernden Wurstgenuss gegeben. Der Umsatz sei konstant gewesen. Der Obermeister: „Es kann schon sein, dass wir in ein paar Tagen eine kleine Wirkung spüren, doch das wird sich auch wieder legen.“ Das sei auch vor Jahren bei dem BSE-Skandal so gewesen. „Darüber spricht heute niemand mehr.“

Setzen auf Beratung

Man setze in den Fleischereien seit jeher auf gute Beratung. „Und wir beraten auch in Hinblick auf ausgewogene Ernährung mit Fleisch, Fisch, Gemüse und Salat.“ Im Sortiment habe man im Übrigen auch vegetarische Ware oder Geflügelwurst. Petersen: „In unserem Partyservice bieten wir sogar vegane Sachen an.“

Der Landesinnungsmeister der Fleischer-Innung Niedersachsen-Bremen, Herbert Dohrmann (Bremen), befürchtet durch den Trubel um die WHO-Studie einen kurzfristigen Umsatzrückgang, der vielleicht am nächsten Wochenende besonders spürbar werde, allerdings keinen längerfristigen Schaden.

Nicht Neues

Alles, was in der Studie zusammengefasst wurde, sei an sich ja nichts Unbekanntes und für Kunden, die im Fachgeschäft einkaufen, wenig Neues. „Wir setzen in unseren Fachgeschäften ganz deutlich auf den verbrauchsbewussten Kunden,“ fährt der Landesinnungsmeister fort.

Ausgewogene Ernährung

Diese setzten auf eine gesunde ausgewogenen Ernährung mit bewusstem Fleischverzehr. Wegen der guten Qualität der Produkte seien diese auch bereit, etwas mehr auszugeben als im Supermarkt für industriell hergestellte Wurstwaren.

Auch verschlössen sich die Fleischereien nicht der vegetarischen Ernährung: Dohrmann: „Beim Mittagstisch in unseren fünf Filialen in Bremen macht das vegetarische Gericht mittlerweile 15 Prozent des Umsatzes aus."

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