Neue Schulden in Rekordhöhe

Kreishaushalt 2016: Jeder zweite Euro fließt in den Sozialbereich

Foto: dpa

Northeim. Der Landkreis Northeim wird im nächsten Jahr neue Schulden in Rekordhöhe machen. Wie der Erste Kreisrat Dr. Hartmut Heuer bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfs im Kreistag sagte, sieht dieser ein Defizit von 28,1 Millionen Euro vor.

Einnahmen in Höhe von 217,5 Mio. Euro stehen Ausgaben in Höhe von 245,6 Mio. Euro gegenüber. Der Gesamtschuldenstand wächst damit im nächsten Jahr auf 193,7 Mio. Euro. Zum Vergleich: Im laufenden Jahr gibt der Landkreis bei 207,8 Mio. Euro Ausgaben nur 4,6 Millionen Euro mehr aus als er einnimmt.

Ursache für die Steigerung ist eine Kostenexplosion im Sozialbereich. Die Aufwendungen steigen nach den Worten des Ersten Kreisrates von 100,7 Mio. Euro auf 128,7 Mio. Euro. Vor allem klettern die Leistungen für Flüchtlinge. Im Kreishaus kalkuliert man mit einem Mittelwert von 3200 Flüchtlingen, die 2016 im Landkreis leben.

Das bedeutet Aufwendungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in Höhe von 31,4 Millionen Euro, von denen der Landkreis zunächst nur 6,4 Mio. Euro erstattet bekommt, da die Erstattung des Landes aufgrund der Flüchtlingszahlen 2014 errechnet werden. Die Kosten des kommenden Jahres bilden die Grundlage für die Erstattung des Jahres 2018. Dieser zeitliche Verzug sei unbefriedigend, betonte Heuer. „Er führt zu einer zu dramatischen Darstellung unserer tatsächlichen Haushaltssituation.“

Außerdem steigen im Sozialbereich die Aufwendungen für die Grundversorgung alter Menschen um 2,9 Mio. Euro. Die Erstattung für diesen Bereich legen gleichzeitig nur um 1,5 Mio. Euro zu. Im Bereich Jugend klettert der Zuschussbedarf um 2,9 auf 33 Mio. Euro. Gründe sind nach Heuers Worten steigende Personalkosten und wachsende Fallzahlen im Bereich Hilfe zu Erziehung sowie Steigerungen bei Unterbringungskosten für Kinder und Jugendliche.

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