Folge des bundesweiten Rückgangs der Flüchtlingszahlen

Kreisverwaltung: Bis Ende Juli keine weiteren Flüchtlinge

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Das Haus der Integration in Wahmbeck: Dies ist die einzige Flüchtlingsunterkunft, die der Landkreis Northeim dauerhaft weiter betreiben will.

Northeim. Erstmals seit einem Jahr hat der Landkreis Northeim in diesem Monat keine neuen Flüchtlinge zugewiesen bekommen.

Das bestätigte die stellvertretende Kreis-Pressesprecherin Claudia Hiller der HNA.

Die Kreisverwaltung geht davon aus, dass mindestens bis Ende Juli keine neuen Asylsuchenden mehr vom Land Niedersachsen zugewiesen werden.

Die Situation ist eine Folge des bundesweit starken Rückgangs der Flüchtlingszahlen. Wurden laut Bundesinnenministerium im Januar noch monatlich 92.000 Neuankömmlinge gezählt, so waren es im Juni nach Schließung der Balkanroute nur noch 16.300.

In den im vorigen Jahr mit viel personellem und finanziellem Aufwand eingerichteten Flüchtlingsunterkünften herrscht teils gähnende Leere. So ist in CVJM-Heim bei Dassel derzeit kein Asylsuchender mehr untergebracht, in der privat betriebenen Unterkunft „Kurhotel Bartels“ in Bad Gandersheim, das für mehr als 300 Flüchtlinge ausgelegt war, wohnen noch ganze zehn.

Der Betrieb in der Notunterkunft in der ehemaligen Rainald-von-Dassel-Schule in Dassel läuft derzeit aus. Aufgrund der zurückgehenden Flüchtlingszahlen hatte der Landkreis schon im Mai entschieden, das Domizil ganz zu schließen. Die derzeit noch dort lebenden rund 20 Asylbewerber sollen laut Kreis-Sprecherin Hiller bis Ende Juli dezentral in Wohnungen innerhalb des Kreisgebiets untergebracht werden. Bis dahin würden vom Land keine Neuankömmlinge zugewiesen.

Wenig los ist auch im ehemaligen Krankenhaus Uslar. In der vom Arbeiter-Samariter-Bund betriebenen Flüchtlingsunterkunft sind laut Landkreis aktuell nur noch 17 Personen einquartiert, im März waren es noch 250.

Gut zu tun haben die Mitarbeiter hingegen weiterhin im Flüchtlingsheim in Wahmbeck, das der Landkreis Anfang 2016 für 277.000 Euro gekauft und umgebaut hat und das vom DRK betrieben wird. Hier sind aktuell 65 Personen untergebracht. Das Gebäude soll weiter als Reserve vorgehalten werden, auch wenn einmal keine Flüchtlinge darin wohnen sollten. Der Vertrag mit dem DRK als Betreiber ist unbefristet geschlossen.

Auch wenn die Zahl der Neuankömmlinge insgesamt stockt, hat der Landkreis mit der Versorgung und Integration von Flüchtlingen weiterhin viel zu tun. Nach seinen Angaben wohnen aktuell 1748 Personen im Kreisgebiet, die Leistungen nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz beziehen, über 90 Prozent in Wohnungen.

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