Kaum Beschwerden von Badegästen

Landkreis Northeim: Kein Fotografierverbot in den Freibädern

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Landkreis Northeim. Bundesweit wird derzeit über ein Fotografierverbot in Freibädern diskutiert. Wir haben uns in den Bädern im Landkreis Northeim umgehört.

Das Fotografierverbot ist allerdings nichts Neues. Doch in dieser Badesaison achten immer mehr Badbetreiber auch auf die Durchsetzung dieses Verbots. Ein Grund: das Recht am eigenen Bild. Vor allem soll mit der Durchsetzung des Verbots verhindert werden, dass ein Fremder leicht bekleidete Menschen oder auch nackte Kinder fotografiert und die Bilder ins Internet stellt.

Im Northeimer Bergbadist das kein Thema, sagt Schwimmmeister Marco Weinrich. „Wenn mit etwas Gravierendes auffallen würde, wäre ich schon eingeschritten“. Gehört hat er von der Diskussion auch schon, doch Beschwerden über fotografierende Badegäste habe es bislang nicht gegeben.

Anders sieht es im Sole-Waldschwimmbad Bad Gandersheimaus: Dort gibt es ab und an Beschwerden von jungen Mädchen, die von jungen Männern fotografiert werden, sagt Hardy Ehrhardt von der Geschäftsführung des Bades. „Die erhalten eine Verwarnung von den Schwimmmeistern“. Ein generelles Fotografier-Verbot gibt es nach seinen Worten aber nicht. „Das würde den Badbetrieb einschränken, das wollen wir nicht.“

Im Freibad Volpriehausenfotografieren laut Volker Wehn vom Förderverein die wenigsten Gäste: „Die sind zum Baden hier“, sagt er. Es gebe kein Fotografierverbot, aber auch keine Erlaubnis dazu. „Wir sehen das sehr locker. Wenn es Beschwerden geben sollte, werden wir handeln.“

Auch im Waldschwimmbad Düderode gab es bisher keinerlei Probleme mit fotografierenden Gästen. Schwimmmeister Henri Turzer: „In unserem sehr familiären Freibad passt jeder auf den anderen auf. Sollte es mal eine Beschwerde geben, dann muss das Foto eben an Ort und Stelle gelöscht werden“. 

Genau so problemlos sieht es im Freibad Sudheim aus: „Bei uns gibt es kein Verbot“, sagt Axel Meinshausen, 2. Vorsitzender des Freibad-Fördervereins. „Hier ist alles noch eher familiär. In großen Freibädern mit mehreren tausend Besuchern pro Tag sieht das sicherlich anders aus.“ Sollte es aber mal Beschwerden geben, müsse man sich natürlich Gedanken machen, wie man ein Fotografierverbot umsetzen könnte. ImMoringer Flaakebad hat es bisher auch noch keine Beschwerden über fotografierende Badegäste gegeben, berichtet Michael Jahn, Fachangestellter für Bäderbetriebe. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Gäste nur ihre eigenen Kinder fotografieren. Wenn sich andere Gäste dadurch gestört fühlen würden, müssten die Fotos eben gelöscht werden“, so Jahn. Bisher habe es aber einen solchen Fall noch nicht gegeben. Im Freibad Bodenfelde achtet Schwimmmeisterin Carmen Seybold darauf, dass sich niemand von fotografierenden Badegästen belästigt fühlt. „Überwiegend fotografieren Erwachsene ihre Kinder und Enkel oder Jugendliche sich gegenseitig. Wenn dann ein anderer Badegast mit aufs Foto kommt und das nicht möchte, müssen die Bilder vor Ort gelöscht werden“, so Seybold. Ein generelles Fotografierverbot soll es aber erstmal nicht geben. Gedanken zum Thema hat man sich auch schon im Hardegser Rathaus gemacht. Bürgermeister Michael Kaiser sagte auf Anfrage, dass es für dasFreibad Hardegsen eine allgemeine Regelung in der Badeordnung gebe: Die untersagt, das Mitbringen von Gegenständen, die andere Badegäste belästigen könnten. Dazu gehören Radios und Unterwasserkameras – allerdings keine Smartphones. Laut Kaiser habe es aber noch keine Vorfälle gegeben, bei denen die Schwimmmeister hätten eingreifen müssen. „Wir sehen aktuell keinen Regelungsbedarf für das Fotografieren. Sollte es Beschwerden von Badegästen geben, würden wir natürlich sofort eingreifen.“ 

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