Schon über 100 Anträge in diesem Jahr

Landkreis Northeim: Die Nachfrage nach Waffenscheinen ist explodiert

Northeim. Die Menschen im Landkreis Northeim rüsten auf: Bis Mitte März haben über 100 Einwohner einen sogenannten Kleinen Waffenschein beantragt.

Laut Kreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer waren es dagegen im gesamten vorigen Jahr 52 Anträge. 2014 wollten 23 Einwohner einen Kleinen Waffenschein haben, 2013 sogar nur 13 Personen.

Ähnlich sieht es auch bei der Stadt Northeim aus, die eine eigene Waffenbehörde hat und selbst Waffenscheine ausstellt: Im vorigen Jahr wollten elf Personen den Waffenschein haben, in diesem Jahr bis zum 15. März bereits 24.

Den Kleinen Waffenschein muss derjenige beantragen, der in der Öffentlichkeit, also außerhalb der Wohnung, eine Schreckschuss-, Reizstoff und Signalwaffe tragen will, klärt Landkreis-Sprecher Dirk Niemeyer auf. Bei öffentlichen Veranstaltungen sei das Führen einer Waffe jeder Art aber grundsätzlich verboten.

Bundesweit ist die Nachfrage nach dem Kleinen Waffenschein und damit nach entsprechenden Waffen extrem angestiegen. Vor allem nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in Köln in der Silvesternacht, sagen Experten, explodierte die Nachfrage im gesamten Bundesgebiet nahezu in allen Bundesländern.

Dass immer mehr Menschen im Landkreis Northeim einen Kleinen Waffenschein und damit verbunden auch mehr Waffen besitzen, merken die Beamten der Polizeiinspektion Northeim-Osterode bei ihrer tagtäglichen Arbeit bislang nicht, sagt Oliver Tschirner, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes.

„Wir haben mehr Probleme damit, dass Personen entsprechende Waffen tragen, obwohl sie nicht die Eignung besitzen, also auch keinen Kleinen Waffenschein haben.“ Das sei ein Verstoß gegen das Waffengesetz und damit eine Straftat. „Das kommt in unserem Dienstalltag jetzt häufiger vor“, so Tschirner.

Rubriklistenbild: © Archiv

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