Sport- und Sozialstiftung zahlt 87.500 Euro

Landkreis Northeim: Verhütungsmittel für Bedürftige dank Zuschuss kostenlos

Northeim. Die Sport- und Sozialstiftung des Landkreises Northeim hat in ihrer jüngsten Sitzung 105.975 Euro für sechs Projekte im Landkreis Northeim bewilligt.

Der dickste Batzen geht mit 87.500 Euro an die Northeimer Beratungsstelle pro familia für die Dauer von zweieinhalb Jahren.

Laut Stiftung können damit in den nächsten 30 Monaten Frauen und Männer, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, kostenlos Verhütungsmittel erhalten.

Zu dem Personenkreis gehören Empfänger von staatlichen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sowie von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Wohngeld, Bafög oder Bundesausbildungsförderung und Kinderzuschlag.

Wegen einer Gesetzesänderung im Jahre 2004 bekommen Leistungsempfänger die Kosten für Verhütungsmittel und Sterilisation nicht mehr erstattet. Deshalb fehle häufig das Geld für Verhütungsmittel, zumal langfristig wirkende Mittel wie die Spirale über 320 Euro kosten und damit oft unerschwinglich sind, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung.

Dies habe nach Aussagen von Frauenärzten und Schwangerschaftsberatungsstellen in den zurückliegenden Jahren zu einer Zunahme von ungewollten Schwangerschaften auch im Landkreis Northeim geführt.

„Oft wird das angesparte Geld für die Pille oder die Spirale dann doch zum Beispiel für wichtige Schulmaterialien oder anderes für die Kinder benötigt“, sagt Lisa Kastner, Leiterin der Beratungsstelle pro familia in Northeim.

Ab sofort können sich Männer und Frauen, die staatliche Leistungen erhalten, bei der Beratungsstelle melden. Die Antragsteller müssen über 20 Jahre alt sein und im Landkreis Northeim wohnen. Die Kostenübernahme erfolgt ausschließlich auf Antrag bei pro familia. Anträge können aber aus organisatorischen Gründen nur über die Hauptstelle Göttingen, Tel. 0551 /586 27, vergeben werden, heißt es weiter. 

Seit 2011 zahlt die Sport- und Sozialstiftung des Landkreises Geld an die Northeimer Beratungsstelle pro familia für Verhütungsmittel, berichtet Stiftungs-Geschäftsführer Matthias Walbrecht. Damals wurden zunächst 20 000 Euro für zwei Jahre bewilligt: „Das Geld war aber nach einem Jahr schon aufgebraucht“, so Walbrecht. „Darum haben wir schon damals die Summe aufgestockt.“ 

Während in anderen Großstädten wie München oder Berlin, wo die Zuschüsse für Verhütungsmittel direkt bei den Kommunen über das Sozialamt beantragt werden müssen, das Geld von den Leistungsempfängern kaum abgerufen wird, klappt das in Northeim wie auch in Göttingen über pro familia sehr gut. „Vielleicht ist der Gang in eine Beratungsstelle für die Männer und Frauen einfacher“, so der Stiftungs-Geschäftsführer. 

Aber nicht nur an pro familia zahlt die Stiftung einen Zuschüsse: Der TSV Germania Gladebeck erhält für die Anschaffung eines Rasenmähers und einer Lochwalze 13 500 Euro, für Maßnahmen zur Verbesserung der Akustik und zum Einbau von LED-Lampen in die Mehrzweckanlage Delliehausen gibt es 1375 Euro, für den Bau einer Boule-Bahn erhält der Trägerverein Dorfgemeinschaftsanlage Schlarpe 2640 Euro. Die Northeimer Tafel wird ebenfalls gefördert: Die Stiftung zahlt 960 Euro für die Anschaffung von Edelstahltischen für die Warenausgabe. 

Die nächste Sitzung des Stiftungsvorstandes findet am 5. Dezember statt. Förderanträge müssen spätestens bis zum 14. November bei der Sport- und Sozialstiftung des Landkreises eingereicht werden. Informationen über die Möglichkeiten einer Förderung gibt es im Internet unter www.stiftungen-northeim.de oder bei der Geschäftsführung unter Tel. 05551 / 708 661 (Matthias Walbrecht) sowie 708 230 (Bettina Kiehne).  

Rubriklistenbild: © dpa

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