Zuweisungszahlen steigen – Kreis zahlt sechs Millionen Euro

Landkreis Northeim rechnet mit 1000 Flüchtlingen

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Viele kommen nur mit einem Koffer: Unser Foto entstand im Grenzdurchgangslager Friedland, als Flüchtlinge aus Syrien gerade Zwischen-Quartier bezogen.

Northeim. Der Landkreis Northeim muss in den kommenden Monaten deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen als zunächst erwartet.

Die Verantwortlichen in der Kreisverwaltung richten sich auf bis zu 1000 neue Asylbewerber ein, die bis Jahresende noch untergebracht werden müssen.

Das ist das Doppelte dessen, was das Niedersächsische Innenministerium Ende vorigen Jahres angekündigt hatte. Im Dezember hatte die Landesregierung letztmalig eine Verteilquote für alle Landkreise festgesetzt. Dabei war dem Kreis eine Aufnahmequote von 642 Personen bis Ende September mitgeteilt worden.

Eine neue Quote liege zwar noch nicht vor, man erwarte sie jedoch im Juli, sagte Kreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer. Aus der alten Quote heraus seien in diesem Jahr bislang schon 280 Asylbewerber aufgenommen worden.

Zwischenzeitlich, so der Kreissprecher, habe das Bundesamts für Migration und Flüchtlinge aufgrund der Konflikte in Syrien, dem Irak, Afghanistan und der Ukraine seine Prognose für 2015 von 200.000 auf 400.000 Flüchtlingen für Deutschland korrigiert. Das würde bedeuten, dass sich auch die Landkreisquote verdoppeln werde, so Niemeyer.

Mit den steigenden Flüchtlingszahlen steigt auch die finanzielle Belastung des Landkreises, der für Unterkunft und Betreuung der Asylbewerber zuständig ist. Die Kreisverwaltung geht davon aus, dass sie auf 5,95 Millionen Euro der Kosten sitzen bleibt, im Vorjahr waren es nur 2,9 Millionen Euro.

„Angesichts der gesellschaftlichen Bedeutung und der Höhe der finanziellen Belastung muss schleunigst eine Lösung gefunden werden, die die Kosten der zweifelsfrei nötigen Hilfe gerechter verteilt. Es muss eine Entlastung der Kommunen geben“, sagt Erster Kreisrat Dr. Hartmut Heuer.

Trotz des großen Zustroms möchte der Landkreis an der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen festhalten. Wohnraum werde gesucht.

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