Im Landkreis wurde 2015 noch kein Flüchtling abgeschoben

Northeim. Während im vergangenen Jahr acht Flüchtlinge aus dem Landkreis Northeim abgeschoben wurden, gab es bis Ende Juli diesen Jahres noch keine einzige Abschiebung.

Das berichtet der Leiter des Fachdienstes Ausländerangelegenheiten, Detlef Schrader, auf HNA-Anfrage.

„Wenn ein Asylantrag abgelehnt wird, prüfen wir ganz genau, ob es nicht doch Gründe gibt, die gegen eine Abschiebung sprechen“, erklärt Schrader. Das könne zum Beispiel der Fall sein, wenn jemand krank ist, nur ein Ehepartner einen Ablehnungsbescheid erhält oder minderjährige Kinder im Spiel sind.

Ob einem Asylantrag stattgegeben wird, entscheidet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). „Dort wird jeder Antrag als Einzelfall betrachtet“, erklärt Schrader. Deshalb käme es durchaus vor, dass nur ein Ehepartner einen Ablehnungsbescheid erhalte. Ablehnungen teilt das BAMF der Ausländerbehörde des Landkreises mit, die dann für die Abschiebung zuständig ist.

„Wir suchen bei jedem Fall nach Möglichkeiten, die Abschiebung doch noch zu verhindern und den Aufenthalt zu legalisieren“, betont Schrader. Die Flüchtlinge könnten gegen einen Ablehnungsbescheid Klage einreichen. So ziehe sich die endgültige Entscheidung oft Monate bis Jahre in die Länge.

Erhalten die Flüchtlinge kein Aufenthaltsrecht, müssen sie das Land innerhalb einer gewissen Frist verlassen. Kommen sie dieser Ausreisepflicht nicht freiwillig nach, werden sie abgeschoben. In diesen Fällen arbeitet die Ausländerbehörde des Landkreises eng mit der Polizei zusammen.

Bisher wurden im Landkreis Northeim 413 Flüchtlinge aufgenommen. Laut Kreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer rechnet die Kreisverwaltung derzeit damit, dass sich die Zahl für das gesamte Jahr 2015 voraussichtlich auf mehr als 1600 erhöhen wird.

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