Milchviehbetriebe besonders betroffen

Landvolk Northeim-Osterode klagt: Preisverfall bedroht die Existenz von Landwirten

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Machen sich Sorgen: (von links) Landwirt Andreas Fricke, der Geschäftsführer des Landvolks Northeim-Osterode Gerhard Rudolph, Christina Fricke, Landvolk-Vorsitzender Hartmut Danne und Landwirt Henning Meyer.

Echte. Die Landwirte im Landkreis Northeim geraten immer stärker unter Preisdruck. Besonders betroffen seien die Milchviehbetriebe und die Schweinemäster, betonte der Vorsitzende des Landvolk-Kreisverbands Northeim-Osterode, Hartmut Danne.

Ackerbaubetriebe litten zwar ebenfalls unter rückläufigen Preisen. Ihre Situation sei aber noch nicht so gravierend.

„Mir fehlen pro Kuh im Jahr 1000 Euro“, erläuterte Landwirt Andreas Fricke (Echte) seine Einnahmesituation. Das summiere sich für seinen Betrieb auf 70.000 Euro Verlust im Jahr. Denn in den vergangenen 15 Monaten habe der Milchpreis von 29 auf 23 Cent pro Liter im April nachgegeben. Zurzeit subventioniere er mit den rückläufigen Einnahmen seiner 115 Hektar Ackerfläche die Milchviehhaltung.

Ähnlich geht es den Fleischerzeugern. Er mache pro Mastschwein derzeit 18 Euro Verlust, berichtete Henning Meyer (Katlenburg). Je nach Größe des Betriebs summiere sich das für ihn und seine Kollegen auf jährliche Verluste von 30.000 bis 60.000 Euro.

Danne, Fricke und Meyer erwarten, dass die Preise wieder steigen werden - allerdings nicht kurzfristig. Insbesondere für die Betriebe, die jetzt in neue, größere und tierfreundlichere Ställe investiert haben, könnte die derzeitige Niedrigpreisphase aber zu lang sein, betonte Danne: „Die Betriebe, die sich für die Zukunft aufgestellt haben, sind besonders in Gefahr.“ Sie könnten angesichts des Einnahmeeinbruchs ihre Kredite nicht mehr bedienen, wenn sonstige Rücklagen aufgezehrt sind.

„Die Politik muss uns die Märkte aufmachen“, fordert Danne. Ein Grund für den Preisverfall liege im Russland-Embargo. Außerdem sprach sich der Landvolk-Vorsitzende für Liquiditätshilfen für Landwirte beispielsweise durch Stundung von Steuerschulden ohne zusätzliche Zinslasten aus. Außerdem müssten der bürokratische Aufwand und Produktionsauflagen reduziert werden.

Mehr zum Thema in der Samstagausgabe der Northeimer und der Sollinger HNA

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