In Hildesheim gibt es aktuell wieder vier Erkrankungen 

Zu wenige in Northeim gegen Masern geimpft - Landkreis will aufmerksam machen 

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Symbolbild: Auch im Kreis Northeim sind zu wenige gegen Masern geimpft. 

Zu wenige Menschen im Kreis Northeim sin gegen Masern geimpft. Der Landkreis will jetzt offensiver auf die notwendige Impfung aufmerksam machen.     

Auch im Kreis Northeim soll die Impfquote gegen die gefährliche Masern-Erkrankung steigen, denn die vom Robert-Koch-Institut empfohlene Quote von 95 Prozent, die für die Ausrottung der Krankheit nötig ist, ist nicht erreicht. Die bundesweit ab 2020 beschlossene Impflicht für Kinder, medizinisches Personal, Erzieher und Lehrer soll helfen.

Zwar, so Kreissprecher Dirk Niemeyer, habe es im Kreis Northeim in den Jahren 2017, 2018 und 2019 keine Maserninfektionen gegeben, doch in den Nachbarkreisen Hildesheim und Göttingen sei dies in diesem Jahr sehr wohl der Fall gewesen. 

Erkrankungswelle in Hildesheim 

Erst in dieser Woche sind in Hildesheim wieder drei Erkrankungen gemeldet worden, in Peine ist ein Säugling erkrankt. Anfang des Jahres waren in Hildesheim 17 Menschen erkrankt, eine Frau starb an einer Lungenentzündung als Folgeerkrankung. In Göttingen gab es im April vier Fälle.

Aussagen zu den aktuellen Impfraten ließen sich im Kreis Northeim nur für Kinder treffen, die bei der Schuleingangsuntersuchung, also im Alter von fünf bis sechs Jahren, untersucht werden, betont Landkreis-Pressesprecher Niemeyer. Die dabei festgestellten Impfraten lagen im Jahr 2018 bei 91 Prozent, 2017 bei 92 Prozent, 2016 bei 94 und 2015 bei 92 Prozent. Für Erwachsene liegen weder für den Kreis Northeim noch auf Landes- oder Bundesebene Daten vor.

Eltern werden bei Kindergarten- und Schuluntersuchung auf fehlende Impfungen hingewiesen

Dieser Punkt sei in der Debatte um die Masernpflichtimpfung jedoch häufig diskutiert worden, so Niemeyer. Was durchaus auf der Hand liege. „Denn beim Masernausbruch in Hildesheim war die Hälfte der Erkrankten im Erwachsenenalter.“ In Göttingen waren alle Erkrankten Erwachsene.

Im Kreis Northeim würden die Eltern bei der Kindergarten- und Schuleingangsuntersuchung auf fehlende Impfungen ihrer Kinder und die ab 2020 bestehende Pflicht hingewiesen. Außerdem gebe es Impfberatungen an Schulen. Die Durchführung der Impfungen geschehe in der Regel durch die Hausärzte.

Das Masernschutzgesetz sieht vor, dass Kinder ab dem vollendeten ersten Lebenjahr beim Eintritt in die Schule, die Kita oder in eine Kindertagespflege die Masern-Impfungen vorweisen müssen. Bei Verstößen droht eine Geldbuße von bis zu 2500 Euro. Gleiches gilt für Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen tätig sind (soweit sie nach 1970 geboren sind). Die Krankenkassen zahlen die Impfungen. 

Verlauf kann tödlich enden

Europaweit wurden laut Bundes-Gesundheitsministerium im vorigen Jahr 12 352 Maserfälle gemeldet. 2019 wurden in Deutschland bis Mitte Oktober bereits 501 Fälle registriert. Im gesamten Jahr 2018 waren es 544 Fälle. In Deutschland muss eine Masernerkrankung gemeldet werden. Masern, so das Ministerium, bringen häufig Komplikationen und Folgeerkrankungen mit sich. Dazu gehöre im schlimmsten Fall eine tödlich verlaufende Gehirnentzündung.

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