Erste Bilanz zur Ernte

Bald kein Raps mehr im Kreis Northeim?

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Rapsfeld: Dieser Anblick könnte in einigen Jahren im Landkreis Northeim der Vergangenheit angehören. Unser Archiv-Foto entstand auf dem Hundeberg bei Hillerse.

Gelbe Rapsfelder werden im Landkreis Northeim in den kommenden Jahren immer seltener zu sehen sein.

Das geht aus einer ersten Bilanz des Kreisbauernverbands Northeim-Osterode zur Raps- und Getreideernte 2019 hervor.

„Im Vergleich zum Vorjahr ist der Rapsanbau bereits um 30 Prozent gesunken“, sagt Geschäftsführer Gerhard Rudolph auf HNA-Anfrage. Gründe für diese Entwicklung seien die schlechten Aussaatbedingungen durch den trockenen Herbst 2018 und der Wegfall wichtiger Beizmittel gegen Schädlinge gewesen. Rudolph geht davon aus, dass der Rückgang des Rapsanbaus Auswirkungen auf die Fruchtfolgen und die Anbaustrategie der hiesigen Landwirte haben wird.

Bessere Entwicklung als im Dürrejahr 2018

Angesichts der nach wie vor fehlenden Wasservorräte in den Böden sei an eine überdurchschnittliche Raps- und Getreideernte in diesem Jahr nicht zu denken gewesen, so Rudolph.

Das Ergebnis sei aber für Südniedersachsen zufriedenstellend, da es im Gegensatz zu vielen anderen Regionen im Lande doch vereinzelt Niederschläge gegeben habe. „Dadurch konnten sich die Pflanzen im Landkreis Northeim besser entwickeln als im Dürrejahr 2018.“

Nördlich von Hildesheim und in manchen Regionen Ostdeutschlands sehe das allerdings anders aus, betont Rudolph. „Dort hat es seit April keinen nennenswerten Niederschlag gegeben, und das Futter in den Rindviehbetrieben wird wieder knapp.“

Erträge waren unterdurchschnittlich

Gerste, Weizen und Raps konnten laut Rudolph zumeist trocken abgeerntet werden, sodass Trocknungskosten gespart werden konnten.

Ansonsten zeige sich bei den Ernteergebnissen ein sehr unterschiedliches Bild. Beim Raps seien die Erträge überwiegend wieder unterdurchschnittlich gewesen.

Dazu hätten unter anderem auch lokalen Unwetter mit Hagelschlag beigetragen. Bei der Gerste seien in diesem Jahr hingegen Erträge erzielt worden, die über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre lägen.

Mit einer Anbaufläche von fast 22.000 Hektar ist der Weizen im Kreis die wichtigste Getreidesorte. Der diesjährige Ertrag war besser als im Dürrejahr 2018 und liegt mit 8,55 Tonnen pro Hektar im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Der späte Rüben- und Maisweizen brachte in Folge einiger Hitzephasen im Juli nur kleine Körner mit niedrigem Eiweißgehalt, sodass dieser nicht als Back-, sondern nur als Futterweizen verkauft werden kann.

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