Südniedersachsen ist Spitze im Land bei Abschusszahlen

Immer mehr Waschbären in der Region - was kann man gegen Plagegeister tun?  

Immer mehr Waschbären im Kreis Northeim  
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Immer mehr Waschbären im Kreis Northeim  

Im Landkreis Northeim wurden im vorigen Jagdjahr 1700 Waschbären erlegt, im Kreis Göttingen sogar 2463. Damit ist Südniedersachsen Spitzenreiter im Land.

Die Zahlen gab der Vorsitzende der Northeimer Jägerschaft, Ralf Rahnert, bei einer Info-Veranstaltung zum Thema Waschbärplage bekannt.

Dank seiner Anpassungsfähigkeit an den menschlichen Lebensraum und seiner hohen Vermehrungsrate wird der Waschbär hierzulande nicht mehr auszurotten sein. Davon ist der Kasseler Waschbär-Experte Frank Becker überzeugt. Auf Einladung der Jägerschaft Northeim erläuterte er in der Stadthalle, was man gegen die Plagegeister Waschbären tun kann, die in Gärten, an Häusern, Schuppen und Lauben erhebliche Schäden verursachen.

Frank BeckerWaschbär-Experte

Er empfiehlt, mit kleinen Elektrozäunen mögliche Zugänge zu sichern, sodass der Versuch, ins Gebäude einzudringen, sofort mit einem Stromschlag bestraft wird, den sich das gelehrige Tier merkt.

Abwehrmaßnahme gegen Waschbären hat aber auch Nachteil 

Ein Nachteil dieser Abwehrmaßnahme, mit der er bereits die Saunalandschaft eines Großbades erfolgreich gesichert habe, sei allerdings der hohe Aufwand, sagte Becker. Wer den vermeiden wolle, müsse auf andere Weise verhindern, dass ein Waschbär das Haus erklettern kann. 

„Das bedeutet, dass Fallrohre, Blitzableiter und andere Klettermöglichkeiten so verbaut werden müssen, dass sie für das Tier nicht nutzbar sind.“ Seien Waschbären erst einmal im Haus, könnten sie beträchtliche Schäden anrichten, bis hin zur kompletten Zerstörung von Dachisolierungen.

Besonders nervig an Waschbären ist: 

Waschbären richten für ihre Notdurft Latrinen ein, die sie immer wieder nutzen. „Ein bestialischer Gestank – vor allem im Sommer“, so der Experte.

Hunde seien nach seinen Erfahrungen in der Regel machtlos gegen Waschbären, sagt Becker, und er weiß von einem Fall zu berichten, in dem ein Waschbär einen ausgewachsenen Rottweiler „so verprügelt hat, dass der sich danach nicht mehr in den Garten getraut hat.“

Das für die Verbreitung des Waschbären wichtigste Ereignis war das Aussetzen von zwei Waschbärpaaren im Jahr 1934 am hessischen Edersee.

Gegen Waschbären: Keine Nahrungsmittelreste auf den Kompost

Die einzige Möglichkeit, Waschbären fernzuhalten sei außer der Absicherung des Hauses durch Strom, das Nahrungsangebot so gering wie möglich zu halten, rät Waschbär-Experte Frank Becker. Das bedeute: Essensreste gehören nicht auf den Kompost und gelbe Säcke mit Nahrungsresten wie zum Beispiel in nicht ausgespülten Joghurtbechern sollten erst unmittelbar vor dem Abholen rausgestellt werden. „Und füttern geht gar nicht“, meint Becker.

Auch in Kasselersinnenstadt nimmt die Zahl der Waschbären zu. Die kleinen Bären sind hier immer auf der Suche nach etwas essbarem. 

Waschbären und Marder richten immer wieder Schäden an. So kann man sich vor den Tieren schützen.

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