Zahl der Einsätze im Landkreis Northeim rückläufig

Soziale Medien setzen Notfallseelsorger unter Zeitdruck

Northeim. Wann immer Menschen den plötzlichen Tod des Partners, eines Familienangehörigen oder Freundes verkraften müssen, stehen im Landkreis Northeim Notfallseelsorger bereit. 

Während die Zahl der Einsätze der Notfallseelsorge bundesweit ansteigt, verzeichnen die Helfer hier aber eher einen leichten Rückgang. „Das“, sagt Matthias Spiegel-Albrecht, Leiter der Gruppe im Kreis Northeim, „ist doch aber eigentlich ein gutes Zeichen.“

Wurden die ehrenamtlich tätigen Seelsorger im Jahr 2015 39-mal von der Einsatzleitstelle alarmiert, waren es nach 36 Einsätzen in 2016 und 32 in 2017 in diesem Jahr bislang elf Alarmierungen. Einsätze gibt es bei Großschadenslagen, aber auch bei schweren Verkehrsunfällen oder bei Suiziden.

Seelsorger müssen schneller sein als Soziale Medien 

Grund zur Entspannung gibt es laut Spiegel-Albrecht angesichts der Einsatzzahlen aber nicht. Denn: „Durch die sozialen Medien geraten wir immer mehr unter Zeitdruck“. Fotos und Informationen zum Beispiel von tödlichen Verkehrsunfällen werden oftmals sehr schnell im Internet verbreitet.

„Beim Überbringen der Todesnachricht möchte ich der Erste sein“, sagt der Geistliche, der auch als Krankenhausseelsorger in der Helios-Klinik Northeim tätig ist.

Spiegel-Albrecht betont, dass Menschen niemals vom Tod eines Angehörigen durch ein Smartphone erfahren dürfen. „Bei einer solch schockierenden Nachricht darf niemand allein sein“. Darum sei zum Beispiel bei tödlichen Unfällen immer häufiger Eile angesagt.

Zum Haupt-Aufgabengebiet der Notfallseelsorger gehören eben nicht die Großeinsätze, sondern die „kleinen“ Katastrophen, wie zum Beispiel das Überbringen von Todesnachrichten, zusammen mit der Polizei. Laut Spiegel-Albrecht haben sich im Jahr 2015 im Landkreis 22 Menschen selbst getötet. „Das ist echt viel“.  

Rubriklistenbild: © Lukas Schulze/dpa

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