Vorstoß der Landesregierung

Plan stößt auf Kritik: Studienräte bald in die Grundschulen?

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Unterricht in der Schule 

Northeim. Gymnasiallehrer sollen laut Kultusministeriuim an den Grundschulen einspringen. Die Schulleiter der Region sind da geteilter Meinung.

Christoph Dönges, Schulleiter des Northeimer Corvinianums, hält die Abordnung von Gymnasiallehrern an Grundschulen grundsätzlich für eine gute Sache, so lange sie auf freiwilliger Basis erfolge. So hätten bereits zwei Kollegen ihr Interesse bekundet, allerdings hätten die Grundschulen der Umgebung keinen Bedarf geäußert. Kollegen, die in Klasse fünf unterrichteten, profitierten davon, mit den jüngeren Schülern zu arbeiten. Nicht zuletzt sieht Dönges Abordnungen als Baustein an, die Unterrichtsversorgung sicherzustellen.

Das Roswitha-Gymansium in Bad Gandersheim musste bisher keine Lehrkräfte an die Grundschulen abordnen. Für Schulleiter Hans-Joachim Baade ist die Idee ein Unding: „Was tut man den Kindern da an, wenn Gymnasiallehrer an Grundschulen unterrichten.“

Strikt gegen das Vorhaben des Ministeriums spricht sich Hartmut Bertram, Schulleiter der Goetheschule in Einbeck,aus. „Ich habe bisher keine Informationen dazu erhalten, ob von uns Lehrer an Grundschulen unterrichten sollen, aber ich halte davon gar nichts.“ Es sei eine unmögliche Art, wie man hier mit den den Lehrern umginge. Gymnasial-Lehrer hätten nicht die Ausbildung, um mit Kindern an Grundschulen zu arbeiten und auch die Lerninhalte seien ganz anders.

„Zum Glück sind wir von dieser Situation nicht betroffen“, sagt der Leiter der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Moringen, Markus Hohmeister, mit Erleichterung. Zwar habe er Verständnis dafür, dass die Unterrichtsversorgung an den Grundschulen erfüllt werden müsse. Es wäre jedoch besser, wenn schulspezifische Lehrkräfte eingesetzt würden. In der Praxis könnte sich Hohmeister eine Abordnung von Gymnasiallehrern nur stundenweise vorstellen und dann auch möglichst im selben Ort. Denn: „Kapazitäten, um Pädagogen freistellen zu können, haben ganz sicher die allerwenigsten Schulen.“

Auch das Gymnasium Uslar musste noch keine Lehrer an Grundschulen abordnen. Im Gegenteil: Aufgrund von Lehrermangel sind Pädagogen vom Corvinianum Northeim und des Roswitha-Gymnasiums ans Uslarer Gymnasium abgeordnet worden, im Umfang von zwei vollen Stellen, berichtet Schulleiter Dietmar Wagener. (tsz/ajo/nix/mzi/fsd)

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